Geheimtipp Soonwaldsteig

 

Soonwald, ich habe niemanden gefunden, dem dies etwas sagte. Bekannter ist da das Gebiet des Hunsrück, welches den Steig umgibt. Von Kirn aus führt er rund 88 km bis hin zum Rheinthal. Mit wenigen Ausnahmen führt der Steig durch beinahe unberührte Natur vorbei an vielen Burgern und Schlössern, gekrönt von dem Abstieg nach Bingen, vorbei an den Rheinschlössern.
Die Strecke führt die ersten 2/3 beinahe nur über kleinere Pfade, ein Waldwirtschaftsweg, einige Meter Aspahlt fallen da nicht ins Gewicht.
Zelten ist zwar wie überall verboten, aber insgesamt doch recht einfach durchzuführen. Für den Abend findet man eigentlich immer eine Schutzhütte, bzw. einen schönen Turm an dessen Fuße es sich leicht nächtigen lässt. Zwei mal bot sich auch eine Feuerstelle an, so dass der Kocher verschont werden konnte.

Die Strecke lief ich zusammen mit 4 anderen laufbegeisterten Menschen in 3 1/2 Tagen, bevor wir Krankheitsbedingt leider 25 km vor dem Ziel aufgeben mussten.
Die Wunderschöne Lage des Soonenwaldstieges bringt nämlich durchaus seine Tücken mit sich. über 40 Km führt der Steig an keinem Haus vorbei, Trinkwasser muss somit in größeren Mengen mitgenommen werden oder aber aus Flüssen gefiltert werden. Die Anzahl an Flüssen ist wahrlich begrenzt und so bleibt das Thema Wasser wohl die größte Herausforderung am Steig und war vermutlich auch der Auslöser für die Magenprobleme. Ein Filter und Tabletten sollten definitiv nicht fehlen!

Nach 8 Stunden Nahverkehr ging es am ersten Abend nicht weit, an der Burgruine Kallenfels vorbei durch die Dunkelheit bis kurz vor das Schloss Wartenstein. Zelte aufgeschlagen, gute Nacht.

Strahlend blauer Himmel sorgte für eine tolle Sicht am Schloss, schmale Waldwege ging es abschließend hoch und runter geradeaus ging es diesen Tag nie länger als 100 Meter und manch ein Anstieg sorgte für kleine Zwangspausen, die Aussicht in regelmäßigen Abständen jedoch: Grandios. Zwei Felsentunnel am Nachmittag ersparen einige weitere Höhenmeter, danach, der Blick auf die Schmidtburg. Eine alte Keltensiedlung mit „echten Kelten“ für günstiges Geld zu besichtigen, die Burgruine wie die anderen Ruinen auch, alle frei zugänglich. Am Abend geht es nocheinmal auf fast 600 Meter hoch. Eine Schutzhütte knapp unterhalb des Teufelsfelsens, der perfekte Platz für die Nacht.

Die ersten Kilometern am nächsten Tag fast entspannend. Es geht kaum bergauf und der kleine Pfad windet sich durch zahlreiche Blockschutthalden. Einen eigenen Steinturm zu errichten, obligatorisch. Unten im Simmerbachtal wird Wasser gefiltert bevor es hinauf geht. Immerhin 300 Meter geht es hinauf hin zur Burg Koppenstein. Hier findet sich eine große Schutzhütte in der wohl auch gut 40 Personen bequem Platz gefunden hätten. Trotzdem. Wir ziehen weiter hin zur Alteburg und es lohnt sich. Mitten im Wald gelegen, ein einsamer hoher Turm, eine kleine Feuerstelle und nach einigem Suchen finden wir auch Platz die Zelte aufzustellen. 621 Meter, einer der höchsten Punkte des Steigs.

Leichter Regen am nächsten Tag und ordentlich Wind. Doch der Weg heute ist einfach, Ziel, Hochsteinchen kurz vor Rheinböllen. Leider macht uns Enercon hier einen Strich durch die Rechnung. Da die Windenergie gerade den Soonenwald erobert ist der Steig hier umgeleitet (Der Bau sollte jedoch bald abgeschlossen sein). So landen wir mitten im Wald irgendwo neben der Autobahn (die einzige Stelle an der auf dem Steig autolärm nervt).
Hier brechen wir dann am nächsten Tag auch die Tour ab.
Zwei Tage waren noch geplant, ein Vormittag klettern im Kletterwald Lauschhütte eingeschlossen.

Den Weg an 5 Tagen zu laufen ist somit absolut kein Problem. auch in 3 oder 4 Tagen ist das ganze machbar, wer das ganze jedoch genießen möchte oder von den kurzen Anstiegen doch geschafft ist, für den sind die 5 Tage Laufzeit wohl das beste.

Eines steht fest, der Soonenwaldsteig steht ab nun weit oben auf der Liste potentieller Sippentouren. Perfekt für die Osterferien oder eine kurze Tour in den Sommerferien!