Sommerfahrten, wir blicken zurück II

Wieder sind wir einige Tage näher gekommen. Die Sommerfahrt nach Kroatien ist ein Stück näher gekommen.
Um die Warterei ein bisschen zu erleichtern kommt hier nun nach dem Fahrtenbericht Slovenien/Kroatien 2006 ein Fahrtenbericht aus dem Jahr 2003. Schon fast 10 Jahre her, die Fahrt in die Toscana, in der es vor allem eines war: Heiß!

Italien 2003

Geplant war es eigentlich nach Skandinavien zu fahren, weil sich aber schon abzeichnete, dass wir wohl dieses Jahr gut über 10 Leute werden würden zur Sommerfahrt. Bis wir dann auf dem Weg zum Hamburger Singewettstreit 2003 noch bei Globetrotter Ausrüstungen waren und da ein Buch kauften :

„WANDERN IN DER TOSCANA“

Und dieses Buch versprach viel, vor allem eine richtige Trekking- Pfadfindertour, den Albegna entlang, bis zu einem Vulkan, zur Quelle dieses Flusses ……………….

First Part: der Albegna!!

Schnallt euch an Leute, denn wir werden euch jetzt berichten was wir letzten Sommer so gemacht haben!
Allein die Vorbereitungen waren schon spannend, denn hier mussten wir genau überlegen was wir für unsere Zeit abseits der Zivilisation brauchen würden. Das alles auch noch in einen kleinen Affen zu packen war eine Kunst für sich. Schließlich ging es am letzten Schultag auch schon los, als wir um 16 Uhr am Bahnhof Delmenhorst standen, um in die
Toscana zu „cruisen“. Wir wussten noch nicht was uns bevorstehen würde, doch ehe wir uns versahen stand uns eine
ganze Menge bevor! Die Nacht war anstrengend und Zeit zum Schlafen hatten wir kaum. Am nächsten Morgen kamen wir sichtlich verschwitzt in Pisa an! Unsere Körper begannen sich schon auf drei Wochen konstantes Schwitzen vorzubereiten, als wir uns den schiefen Turm von Pisa anguckten. Der ist übrigens verdammt schief !
Nach weiterer Zugfahrt am strahlend blauen Mittelmeer entlang kamen wir in Albinia an und hier hieß es dann in einem völlig fremden Land nach einem geeignetem Platz zum Übernachten zu suchen. Unseren Schlafplatz fanden wir, lange, lange später am schönen Fluss Albegna!! (Feulesprudel).
Einige Tage lang wanderten wir furchtlosen 14 Ganderiker am warmen und schönen Albegna entlang. Trotz einiger ausgetrockneter Seitenarme fanden wir immer superschöne Bade- und Schlafgelegenheiten. Uns wurde mittlerweile klar, wie hart Wandern in der Toscana ist! Teilweise sind wir fast gestorben auf dem Weg zum Wasser, aber auch diese Extrembedingungen konnten unseren gestählten und gebräunten Astralkörpern nichts anhaben (naja, fast nichts….)

Mittlerweile sind wir schon in Montemerano angekommen, unsere erste große Stadt zum Shoppen, nach fast 1er Woche ohne Konsum. Was das bedeutet kann man nur selbst erlebt haben ! Eis, Fanta, Obst, kalten gezapften Weißwein …
Unsere ausgelaugten Bodys waren komplett ausgedürrt und freuten sich die nächsten Tage immer wieder über Wasser vom Bauern. In einem Park mit fließend Trinkwasser wurde mal wieder die tägliche Mittagspause von sieben Stunden, während der Mittagshitze, abgehalten und bald wurden wir durch das erste Einstimmen eines Liedes sehr beliebte Gäste in einem sehr fremden Land.
Dann kam der Große Schock wir alle hatten seltsamen Ausschlag, dessen Gründe uns schleierhaft waren. Wir machten uns mit York, der komplett mit diesem Phänomen übersäht war, in Saturnia auf den Weg zum Arzt. Er bekam Medikamente. Leider haben wir den Arzt nicht verstanden, denn er sprach nur italienisch. Um uns von diesem Schreck wieder zu erholen gingen wir ersten Mal zusammen in den heißen Schwefelquellen von Saturnia (40 Grad, bei 45 Grad Außentemperatur) planschen. Nach diesem entspannten Bad sollte es eigentlich wieder weitergehen, aber der plötzlich ausgetrocknete Albegna ließ dies nicht weiter zu….. Also musste umdisponiert werden, eigentlich wollten wir weiter am Fluss lang ins Landesinnere bis zu einem erloschenen Vulkan, aber ohne Albegna ???

Dadurch wurde unserer strenger Tagesplan bestehen aus Aufstehen (5 Uhr), Schwitzen, Wandern (dabei Mega Schwitzen), Pause (nie ohne schwitzen), noch mal Wandern und Schlafen, völlig durcheinander gebracht. Wir campierten noch einen Tag bei Saturnia und fuhren dann mit dem Bus zum Largo di Bolsena (Italiens größter SEE!!!!) in eine bessere Welt!! Unterwegs kamen wir in Pitigliano vorbei, da mussten wir umsteigen, eine Stadt nicht nur auf den Felsen gebaut, nein in die Felsen rein, da hat jeder seine eigene Höhle, der absolute Hammer ! (Christoph will auch so ne Höhle)

Second Part: da Schöne See!! ( definitiv der bessere Part!!!)
Als wir mit dem Bus ankamen und den See nach einer mehrstündigen Wanderung endlich sahen, machten wir Luftsprünge.
Wir begaben uns mit unserer nach Schwefel (Vulkanquellen) stinkenden Haut direkt in den cleanen und erstaunlich klaren See, man konnte bis auf 2-3m den Grund sehen !!! (Actiontauchen, Tauchlehrer Norman Rast hat uns allen geholfen. An dieser stelle DANKE Normen!!!) Schnell war die Zeit an der wir so oft knapp am Verzweifeln waren VERGESSEN!

Unsere letzte Woche wollten darin investieren, uns am See eine schöne Zeit zu machen. Obwohl wir früh aufstanden (was manchmal an dem nur teilweise zufrieden stellenden Weckdienst von Hannes scheiterte), wurde Wäsche gewaschen, 1,75 mal um den See gewandert oder ohne Gepäck nach Gradoli (da gibt’s nen Sparmarkt und nen netten Park mit Trinkwasserbrunnen) gelaufen und natürlich nicht zu letzt viele entspannende Mittagspausen eingelegt.
Wie von Geisterhand verschwanden Yorks Pickel und Normens Heualergie
tauchte auf. Trotzdem waren wir alle geheilt und freuten uns ständig am Wasser wandern zu können. Wir besichtigten kleine Städte am Ufer des Sees, leider immer mit Höhenanstieg verbunden, lernten Italiens kulinarischen Köstlichkeiten kennen und lieben… .Allerdings muss man sagen, dass wir von den italienischen Pizzas leider etwas enttäuscht waren, da sie ziemlich dünn und leicht sind. Dafür haben wir irgendwo an dem See die „Banana Bar“ entdeckt, der Laden macht seinem Namen alle Ehre.

Am Freitag den 25.7.2003 nach toscanerischer Zeitrechnung, meisterten wir die letzten Hürden und Höhen. 400 Meter Höhenunterschied ließen uns zwar Schwitzen aber längst nicht verzweifeln, wir mussten aus dem Tal unseres geliebten Sees raus. Mit dem Bus fuhren wir wieder nach Albinia.
Dort kamen wir gegen Abend an und scherzten und sangen wie fast jeden Abend, nur halt zum letzten mal. Am nächsten Tag hatten wir es bis zum Bahnhof nicht mehr weit und als wir in den Zug nach Hause einstiegen, waren wir alle ein wenig traurig!!! Die Verwunderung war groß als sich auf einmal die Schweißporen schlossen und nichts mehr hin durch kam. Alles fing an von zu Hause zu Träumen, in der tiefen Überzeugung jetzt gegen Schweiß resistent zu sein. Wir Schlugen uns noch die letzten Stunden um die Ohren.
Und nun zu Hause angekommen endet auch schon unsere kleine große Abendteuer Tour 2003 …..!!! Ganderik war in der Toscana !!!

HeGuPf
Levin & Timothy