Sommerfahrten, wir blicken zurück I

Jedes Jahr, das absolute Highlight. Unsere Sommerfahrten führen uns in unsere Nachbarländer wie Polen oder Frankreich, weiter weg nach Italien, Schweden, Spanien, oder ganz in die Ferne bis hin nach Lettland, Estland u.v.m.
Dieses Jahr wird es uns nach Kroatien verschlagen, auf den Spuren Winnetous. Als Vorbereitung bis dahin werden hier der ein oder andere Fahrtenbericht, vergangener Fahrten folgen.

Los geht es, wie soll es anders sein mit Slovenien/Kroatien. 2006 waren wir mit 3 Gruppen unterwegs. Die damalige Sippe Thuu hat wie alle anderen eine unvergessliche Zeit erlebt, viel Spaß beim Smökern! (Am Ende ist auch noch das ein oder andere Bild zu entdecken 🙂 )

Fahrtenbericht

Sommer 06

Slowenien Kroatien

Die diesjährige Sommerfahrt war sicherlich etwas ganz Besonderes. Nicht nur, dass wir die wunderschöne Landschaft Sloweniens und Istriens mit unserer Sippe bewundern durften. Nein, es ist uns sogar gelungen etwas zu verfassen, dass den Lesern vielleicht einen kleinen Einblick in die Abenteuer und Geschehnisse auf dieser Fahrt bieten könnte. Die kursiven Stellen sind originale Textpassagen aus unserem Tagebuch.

„Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte.“

– Bertolt Brecht

Jetzt muss es wieder losgehen, viel zu viel Zeit ist seit dem letzten Mal verstrichen, als wir aufbrachen, um die schönsten Länder dieser Welt zu besehen. Jeder von uns war erwartungsvoll gespannt, als es wieder hieß, „Wir machen wieder eine Sommerfahrt“. Wir

trafen uns am Beginn der lang ersehnten Ferien um 4 Uhr morgens in den vertrauten Ländereien des Freistaates Birkenheide, um mit unserem neuem Auto zu acht nach Slowenien aufzubrechen. Also trat Christoph aufs Gaspedal und es konnte beginnen. Da sich alle gesagt hatten: „Wenn ich eben nicht schlafen konnte, dann mach ich das jetzt“,

basierten die ersten Stunden auf Ruhe und Entspannung. Gegen die Mittagszeit wurde es

langsam wärmer. Da wir einen eher dunkel getönten und nicht klimatisierten Bus hatten,

lag die Durchschnittstemperatur, bei 80km/h und konstant geöffneten Fenstern, um 11

Uhr schon bei ca. 30°C. Doch mit der Hitze hob sich auch die Stimmung, was sicherlich

auch an den dutzenden Audioaufnahmen von Paul Panzer lag, und es wurde begonnen,

etwas zu essen und auch die ersten Gespräche kamen in Gang. Nach einer nicht weiter

besonderen Busfahrt kamen wir so um 9 Uhr in Österreich in einem Ort an, dessen Namen wir nicht kannten, und ließen uns an dem örtlichem „Freibad“ nieder (Ein See).

Nach einer kurzen Badeaktion machten wir auch schon unsere Schlafplätze unter freiem

Himmel einsatzbereit und legten uns auch bald darauf.

Als wir am nächsten Morgen frisch gestärkt aufwachten, konnte es weiter Richtung Slowenien, Ljubljana gehen. Es war ein unendlich heißer Tag, der bewältigt werden musste. Da uns die Hitze schwer zu schaffen machte, beließen wir es beim Radiohören und Ausruhen. Letztendlich kamen wir aber doch noch unbeschadet an.

Wir erledigten dort die üblichen Dinge für eine Sommerfahrt, also Geld wechseln und Karten kaufen. Nun konnten wir uns auch zu dem nächsten Ziel mit dem Bus bewegen, zur Quelle der Krka. Dort gab es in der Nähe eine Höhle, die wir besichtigten.

„Als wir in der Höhle waren, wurde es schlagartig angenehm kühl. Es war ein tolles Gefühl endlich wieder nach dieser unerträglichen Hitze in einem Höhleneingang zu stehen, durch den geradezu eisige Luft hindurchschoss“.

Nun konnten wir etwas kochen und unsere Schlafplätze machen bis Mysa dann eintraf und wir uns nach einem gemütlichen Essen Schlafen legten.

Am nächsten Tag wurde erstmals ausgeschlafen. Wir kamen erst so richtig um 11 Uhr in Fahrt, da einer der Anwohner sich wohl gestört fühlte und sich aufmachte, uns zu verscheuchen. Auf das unverständliche Wort des Slowenen brachen wir um 13 Uhr Richtung Nove Measto auf. Den Tag über bewegten wir uns bei sengender Hitze über staubige Asphaltstraßen, Ackerwege und querfeldein über Wiesen und als wir anfingen von dicken Brotschreiben und totem Tier zu träumen, ahnte keiner von uns, dass die simple Überquerung einer Brücke der erste Schritt in den Garten Eden sein sollte. In dem nächsten Dorf passierte das Unglaubliche, als wir nach einer Einkaufsmöglichkeit fragten, lud man uns ein, an einer “Gartenparty“ teilzunehmen. Eine nette alte Slowenin namens Olga hatte Geburtstag und da wir Hunger hatten, nahmen wir dieses Angebot dankend an.

„… Auf der Gartenparty erklärte er uns kurz, wo es kalte Getränke gab und zwang uns

anschließend uns förmlich mit Hähnchen, Spanferkel, Salt und diversen Softdrinks zu

mästen. Um 18:00 hatten wir an diesem Tag tatsächlich noch da Paradies erreicht…“.

Als es langsam dunkel wurde, verabschiedeten wir uns noch mit einem Geburtstagslied, was bei der Gastgeberin ein paar Freudentränen zum Vorschein brachte und gingen dann

noch 2 Stunden, bis wir dann endlich auch unseren Schlafplatz und die Busfahrer fanden. Da es in der Natur des Menschen liegt zu schlafen und später wieder aufzuwachen und auch Pfadfinder diesem Ablauf unterliegen, ging es nach einem Bad weiter zu einer Kirche, wo wir frühstücken wollten. Also holten die Busfahrer etwas zu essen. Nach diesem stärkenden Mahl konnte es weitergehen nach Zuzemberk. Nach einer Pause in Zuzemberk konnte es auch mit den Busfahrern weitergehen, weil wir beschlossen hatten, den Bus in Zuzemberk zu lassen. Nach den nächsten paar Kilometern fanden wir ein leer stehendes Neubauhaus mit offenen Türen und Fenstern, indem wir übernachten konnten. Nach einem ausgedehnten Bad mit Sprung und Wasserrutschmöglichkeiten und einem leckeren Essen legten wir uns auch schon wieder Schlafen.

Um 10 Uhr ging es auch heute wieder aus den Federn und wir machten es uns gleich zur ersten Aufgabe uns zu waschen. Außer Simon, der musste seine kaputte Lederhose nähen. Nachdem Frühstück konnte es auch wieder losgehen. Nach einer langen anstrengenden Wanderung machten wir an einer Kirche halt, wo es einen Wasserhahn gab, dessen Aufgabe es war, zufällig vorbeikommende Pfadfinder zu erfrischen. Nun konnten wir Richtung Fluss gehen und uns ein Nachtlager bauen.

Ein paar von uns gingen noch zum nächsten Einkaufsladen, um Frühstück zu holen und sich selbst etwas zu trinken zu genehmigen. Als wir wieder zurück waren, taten sich riesige Gewitterwolken am Himmel auf. Also wurde das Gepäck unter das Tap gelegt und wir warteten ab. Nachdem es so aussah, als würde es nicht mehr regnen legten wir uns hin.

Am nächsten Tag gingen wir zuerst baden, wobei die Steine im Flussbett das Ganze nicht allzu einfach machte und schnell eine wilde Algenschlacht begann. Als wir weiter liefen und nach einer längeren Wanderung am unserem ersten Ziel „Straza“ Pause machten bekamen wir von einer slowenischen Frau Croissants und Cola geschenkt. Nach einer längeren Pause beschlossen Hannes, Christoph und Julian mit einem öffentlichen Bus nach Zuzemberk zu fahren und unseren eigenen Bus zu holen und die Anderen liefen nach einer schönen langen Pause weiter. Als wir an einem Feld ankamen, auf dem wir vorhatten zu schlafen, fing es an zu regnen und wir stellten uns erstmal unter eine Scheune. Als die „Bus-Crew“ dann auch ankam, verteilten wir neue Lebensmittel auf die Affen und bauten die Kothen auf. Nach dem großzügigen Essen legten wir uns schlafen. Am nächsten Tag begannen sich die Ersten um 7.30 Uhr zu räkeln, doch wir dösten noch bis 8.30 Uhr weiter, bis uns der gute Hänsel doch aus den Träumen riss. Wir waren selbstverständlich so klug gewesen unsere Kothe im Schatten aufzubauen (im Gegensatz zu Mysa, die ihre Kothe in der prallen Sonne errichtet hatten). Zum Frühstück gab es Müsli mit wichtigen Cerealien und frischem Kuhbusensaft. Eine echte Wohltat nach der ganzen Vanillemilchplörre der letzten Tage. Nach dem Frühstück packten wir schnell zusammen und bestiegen unseren T3, den Christoph immer mit den Worten lobte: „Wenn Tusk noch leben würde, hätte der auch so einen“, um uns auf den Weg nach Nove Mesto zu machen. Dort angekommen setzte man uns in einem Park ab. In diesem blieben wir recht lange um uns eine schöne Route zu überlegten, was sich als schwierig erwies, da es überall schöne Plätze gab und wir uns nicht entscheiden konnten. Am Ende entschieden wir uns weiter an der Krka zu laufen und uns von Nove Mesto erstmal zu entfernen. Nachdem die meisten den Wunsch äußerten, ihre wirklich unfassbar klebrigen Körper mal wieder mit Wasser zu benetzen, suchten wir eine gute Möglichkeit zum Baden und gönnten uns eine Erfrischung.

„… Aus meiner Sicht kann eine Erfrischung erst bei einer vorher erfolgten total Verausgabung wirklich gut sein. Deshalb sind die Erfrischungen bei den Pfadfindern auch die Besten …“

Nach dieser etwas längeren Erfrischung, mit porösen Steinplattformen zum Springen direkt unter der Wasseroberfläche, machten wir uns wieder auf den Weg. Unser Ziel war  eine Insel, auf der ein Hotel steht, mitten in der Krka. Auf dem Weg kauften wir noch in einem Shop eine Brotmahlzeit ein, die wir dann relativ schnell auf dem Hotelrasen  verschlangen. Wobei Paul uns aufforderte „BIG BURGER“ zu bauen, um aus taktischen  Gründen mehr Brot mit weniger Aufschnitt verschlingen zu können. Wir machten dann eine  große Pause und spielten Spiele. Außerdem machte sich ein Spezial Team auf, nach  einem Schlafplatz zu suchen. Doch es sah hier schlecht mit Schlafplätzen aus, also  achten  wir uns schnell mit frisch gefüllten Siggflaschen auf den Weg. Wir bahnten uns den Weg  vorbei an unzähligen Golfplätzen und umzäunten Waldstücken. „…Wir tippelten also weiter  und ahnten uns schon an unserem endgültigen Schlafplatz, als wir eine schöne Wiese betraten und, … dann leider erblicken mussten, dass sich dort schon eine große Zahl von Zigeunern breitgemacht hatten, die ihre Haustierpferde dressierten.[…] Mich erfasste der Wunsch sofort möglichst viele Kilometer zwischen mich und diese Horde zu bringen und wir wanderten schnellen Schrittes weiter. Gerade, weil der Gastgeber der Gartenparty uns vor Zigeunern gewarnt hatte und irgendwelche Geschichten von durchgeschnittenen Kehlen auf den Tisch geworfen hatte.“

Wir liefen also weiter und weiter und trafen schließlich in einem Hintergarten zwei Nordic- Walker, die wir nach einem Schlafplatz fragten. Eine von beiden führte uns von einem Tor zum nächsten und zeigte uns dann eine Wiese, auf der wir unsere Kothe errichten konnten. Dann aßen wir noch eine kleine aufgepeppte Nudelsuppe, die wir uns schnell zubereitet hatten, um uns danach in unsere aufgebaute Kothe zu legen und nach dem anstrengenden Tag Ruhe zu finden.

Als uns die ersten Sonnenstrahlen weckten, entschlossen wir uns erstmal dazu, uns in der Krka zu erfrischen. Schnell gegessen und los ging es. Nach einigen Kilometern machten wir eine Mittagspause und suchten nach einem Waschplatz, den wir dann auch fanden. Leider fehlte jeglicher Schatten, was für die Kleidung natürlich gut war für uns aber bedeutet, dass man in der Zeit des Wartens fast unausweichlich in der Sonne schmoren musste. Nach zwei Stunden waren alle Klamotten trocken und wir konnten weiter. Doch viel weit kamen wir nicht, denn nach 30 Minuten begann ein starker Regen und wir mussten uns unter unsere Ponchos verkriechen. Dann kam ein Lieferwagen vorbei und bot uns mitleidsvoll an bei ihm mitzufahren. Er brachte uns zu seinem Haus, in die Höhle des Löwen, direkt in eine Art Zigeunerdorf. Naja es sah hier etwa so wie auf einer Müllkippe aus. Das Ganze war eine doch etwas beunruhigende Situation, wurde allerdings durch die wirklich gute Gastfreundschaft der etwas ärmeren

Menschen dort entschärft. Unter der Garage, unter der wir nun warteten und das Gewitter über uns wüten sahen, wurden uns Getränke angeboten und später brachte man uns noch eine Suppe.

Außerdem fanden wir nette Freundinnen die uns schon ziemlich schnell zur Heirat angeboten wurden. Nachdem wir noch einmal in der Krka gebadet hatten, wurden wir in einer Holzhütte im Garten untergebracht wobei uns am Abend noch eine leckere Spagetti zubereitet wurde.

Nach einer harten Nacht wachten wir um sieben Uhr auf und bekamen erstmal von unserem Gastgeber einen Kaffee. Wir bedankten uns für die Unterbringung und liefen los. Doch dann bei der Frühstückspause merkten Tom und Lars das Unfassbare, dass ihn Geld gestohlen wurde. Wir kamen auf die Idee, dass uns die Kinder vom letzten Abend beim Schwimmen Geld entwendet haben könnten. Unser Ziel war eine Raststätte. Auf dem Weg dorthin fanden wir ein Sprungseil an der Krka und probierten die coolsten Sprünge  aus. Flexiboy(Tom) machte seinem Namen alle Ehre und lehrte uns, dass gerade durch den völligen Verlust der Kontrolle die besten Sprünge herauskommen. Später auf der Raststätte, wurde Karten gespielt und ausnahmsweise Pommes bestellt. Dann ging es weiter immer auf der Suche nach einem Schlafplatz. Wir erreichten eine schöne Bergwiese, auf der wir unter freiem Himmel schlafen wollten. Es wurde Reis mit Gulaschsoße gemacht. Nach einer lustigen Singerrunde wurde noch ein paar Mal Star- Munchkin gespielt. Danach legten wir uns etwa 50 Meter von unserer Singerrunde schlafen. Doch mitten in der Nacht fing es spontan an wie aus Eimern zu stürmen und zu regnen und wir mussten unter die nassen Kothenbahnen kriechen. „Wir hockten uns am Waldrand zusammen und verbrachten eine halbe Ewigkeit unter den Kothenbahnen in der stürmischen Kälte. Wie gerne hätten wir eine aufgebaute Kothe gehabt.“

Als sich der Regen gelegt hatte, krochen wir hervor und versuchten in den teils nassen Schlafsäcken einzuschlafen.

Nach der härtesten aller Nächte wachten wir um 10.00 wieder auf. Als Erstes hatten wir unsere Sachen zu trocknen. Schnell stopften wir uns eine Ladung Müsli in den Hals und

liefen los. Ein Mann der fünf Sprachen beherrschte, schenkte uns einfach so Schokolade. Es gab Leute die munkelten, das könnte Rüdiger Neeberger gewesen sein. Nach einigen Umwegen bewegten wir uns auf einem Bergkamm auf und ab, was einigen ein wenig zu schaffen machte. Später kamen wir dann in einem kleinen Dorf an, und es begann mal wieder exzessiv zu regnen. Wir fanden ein Haus, welches noch in Bau war und machten dort Mittagspause. Nach einer langen Zeit hörte es auf zu regnen und wir machten uns  auf durch die slowenischen Wälder zu wandern.

Nach zwei bis drei Stunden fanden wir ein Gasthaus und stärkten uns mit einer Portion Pommes. Danach ging es weiter entlang der recht bergigen Landschaft, wobei die Wege vielerorts von umgeknickten Bäumen versperrt waren und so einige Kletterpartien zu meistern waren. Schließlich fanden wir aber doch einen Schlafplatz und legten uns nach dem Abendessen (Knäckebrot) schlafen. Naja eigentlich spielten natürlich einige von uns noch einige Runden „Star Muchkin“.

Am diesem Tag standen wir früh auf und packten schnell zusammen. Unser Ziel hieß Sefnika, eine verdreckte Industriestadt. Am Bahnhof machte Simon Kakaopulver. Es war das Schlechteste, je zubereitete, Kakaopulver meines Lebens. Auf jedem Fall fuhren wir dann mit dem Zug nach Ljubljana. Dort angekommen reichte es noch für einen Zwischenstopp bei MC Donalds und danach fuhren wir mit einem Bus in die julischen Alpen. Wir hatten jetzt noch sechs Kilometer zu bezwingen. Unser Ziel war ein Zeltplatz, auf dem wir unsere Freunde treffen sollten. Dort bauten wir schnell unsere Kothe auf und feierten gegen Abend Dennis Geburtstag. Später machten wir dann noch eine Aufnahmefeier und gedachten Patrick Melle, der von einem Blitz getroffen wurde und tragisch verstorben war.

Danach legten wir uns bewegt schlafen. An diesem Morgen standen wir um zehn Uhr auf, da wir ausgeschlafen starten wollten. Als Erstes erfrischten wir uns in einem Fluss. Nun packten wir zusammen und aßen Frühstück. Um dreizehn Uhr war es so weit, Mysa blieb in Slowenien und wir, die Sippe Thuu, fuhren mit dem Bus nach Istrien, das liegt in Kroatien. Die Fahrt war eine Tortour für alle. Eine enge Rückbank, heißes Wetter sowie ein fröhlich gelaunter Hannes Vogt machten uns zu schaffen. So waren doch alle froh nach einem verrosteten Reisezug, in welchem es einige unangenehme Überraschungen gab, baden zu gehen. Unter eisigen Wasserfällen erweckten wir unsere Lebensgeister wieder. Mit einigen kleineren Problemen bei der kroatischen Grenze bekamen wir die Erlaubnis zu passieren. Wir fuhren noch eine Weile, hielten an und suchten uns in einem Gebiet mit niedrigen Bäumen und Buschpflanzen ein Versteck für uns und den Bus. Wir hatten Glück und waren froh, dass es nach einer klaren Nacht aussah. Nach einem „ausgiebigen“ Abendbrot, bestehend aus Knäckebrot, legten wir uns in das 1 Meter hohe Gras und schliefen bis zum nächsten Morgen. Um 7:45 verließen wir alle unsere Grasnester und packten unsere Schlafssachen in den Bulli. Es ging nach Pazin, wo wir uns mit Geld und einem Frühstück versorgten. Nach einem kleinen Stadtbummel verließen wir die Busfahrer und machten uns auf zur Burg Pazins. Dort wurde uns versichert, dass es in dem Fluss noch reichlich Wasser gäbe und so füllten wir frohen Mutes unsere Trinkflaschen auf, tranken und machten uns bereit, immer am Fluss entlangzulaufen. Doch spätestens bei dem Schild, „GroßerWasserfall 200 Meter“ wurden wir stutzig, weder ein Rauschen noch ein kleines  Plätschern war zu hören. Wir folgten dem Schild und uns stockte der Atem. Eine traumhafte Gegend, ein wunderschönes Flussbett, nur kein Wasser.

„Der nette Toruistenführer bekam anscheinend nicht viel von der Außenwelt mit, denn das Flussbett des großen Flusses, der durch Pazin führte glich einer Filmkulisse von RED

PLANET oder MISSiON TO MARS. Staubiger konnte ein Flussbett kaum sein und es schien, als wäre dieser Zustand schon etwas länger aktuell.“

Noch nicht einmal ein kleiner Rinnsaal kroch auf dem bestimmt 10-20 Meter breiten Flussbett entlang. Verzweifelt liefen bzw. turnten wir in dem Flussbett Richtung Süden, auf der verzweifelten Suche nach dem kühlen Nass. Schnell wurde klar, dass es dies nicht gab. Nach einigen Krankenpausen und der Ankündigung eines Gewitters beeilten wir uns, voranzukommen. Nach 15 Minuten kamen wir in… Pazin an. Wir waren eine Stunde umsonst gewandert. Um weitere Irrtümer auszuschließen, wandten wir uns einer Asphaltstraße zu, welcher wir 2 Stunden folgten. Auf einem Feld voller Grillen und Gottesanbeterinnen schlugen wir unsere Kothe auf und legten uns schlafen. Es war eine verregneter Nacht und es ging um 11:00 Uhr weiter Richtung Süden. Wir fragten bei einem alten, einsamen Haus nach Wasser und bekamen es inklusive einer deutschen Wegbeschreibung. Diese führte jedoch leider ins Dickicht und so ging es einige Zeit mehr nach Gefühl auf Straßen, Äckern oder Wegen aus dem letzten Jahrhundert in Richtung einer kleinen urigen Stadt. Hier trafen wir unseren neuen Hund und das Busteam. Nach einigen Runden Munchkin ging es weiter den Burgberg hinab, der Hund in der sengenden Hitze hechelnd hinter uns her. Wir wussten, dass wir sobald wie möglich eine Chance nutzen mussten um ihn zurückzujagen und vor dem Verdursten zu retten. Nach dem 4. Versuch gelang es Lars schließlich ihn in einer Langstrecke zu verscheuchen. Wir waren befreit und konnten uns schon bald nach einem Schlafplatz umschauen.

„Um 7:30 weckte Paul uns an diesem wunderschönem Morgen mit Blick auf die Berge, welche wir in unseren !!!Träumen!!! bereits bezwungen hatten.“

Wir brachen um halb Zehn auf und bewegten uns Richtung Berge. Sollte uns gestern der Hund gestört haben, so hatten wir uns wahrlich angestellt. Nach der ersten Wasserpause folgte uns geschlagene 90 Minuten ein Mädchen auf ihrem Fahrrad. Es dauerte lange, bis wir es mittels einer List eingekreist hatten und Kontaktversuche unternahmen. Diese scheiterten jedoch und als sie sah, wie wir uns überschüssiger Kleidung entledigten, um uns in einem Bächlein zu erfrischen, entschwand sie unseren Blicken. Uns tat es gut und wir liefen frohen Mutes unserem Mittagessen entgegen. Nach diesem Mal waren wir leider gezwungen unter einem Wellblechdach vor dem Gewitter gute 2 Stunden zu ruhen. Anschließend suchten wir uns in einer weiten Steppe einen Platz ohne Steine und Dornen. Als dieser endlich gefunden war, freuten wir uns auf den morgigen Tag. Endlich ans Meer und einmal komplett unsere Schweißkörper desinfizieren. Doch das Wasser kam wieder einmal zur falschen Zeit am falschen Ort und so wachten wir morgens mit einer durchnässten Kothe auf. Doch nichts konnte uns vom Meer nun noch abhalten. Nach den normalen morgendlichen Strapazen und einem 3 stündigem Marsch erreichten wir eine herrliche Bucht mit einem ruhigem Fischerhafen, einem Strand und…einem Kohlekraftwerk. Eine riesige Anlage mit einer großen Wasserleitung, welche wir, die Kameras übersehend kurz besichtigten. Nach der Wiedergeburt im Salzwasser stand fest: Eben am Rande des kleinen Berges entlang zu einer schönen Badebucht. Doch es kam wie immer alles anders. Wir nahmen den falschen Weg, welcher uns auf den Berg hinaufführte. Hinzu kam ein nass-kalter, stürmischer Wind mit einer Menge an Regen. Doch die Hoffnung auf das Dorf am Berghang und der markierte Wanderweg machten uns Hoffnung. Pech für uns war, dass das Dorf seit mindestens 10 Jahren verlassen war, keines der Häuser mehr ein Dach hatte und der Weg an der Spitze des Berges einfach aufhörte. Der wirklich wunderbare Blick, der nur durch zwei Sendemasten gestört wurde, entschädigte uns zumindest teilweise dafür. So waren wir gezwungen, nach Kompass und Karte über gefährliche Grasnarben mit vielen kleinen Spalten zu wandern. Auch wenn jemand zielstrebig voranging, musste er auf die Frage wo wir denn waren und von wo wir kamen mit einem „Keine Ahnung“ antworten.

Wir bahnten uns den Weg weiter, erst durch sehr alte Weideflächen am Berghang, die durch Steinwälle abgetrennt war und dann wieder auf zugewucherten Wegen durch viel Wald. Irgendwann kamen wir tatsächlich an einer Straße an. Zwei holten Wasser aus dem nächsten Dorf, welches es zum Glück gab, und der Rest baute die Kothe auf. In der Kothe tropfte es ohne Ende, draußen schüttete es wie aus Kübeln und jeder fühlte den Tod so nah wie noch nie. Lediglich ein warmes Essen mit den letzten Tropfen Spiritus konnte uns ein wenig aufmuntern. Doch auch diese Nacht war mal zu Ende und der nächste Tag entschädigte uns für alle Strapazen. Ein herrlich blauer Himmel schien uns entgegen, ein herrlicher Blick auf das weite blaue Meer und eine dampfende, grüne Wiese. Es ging durch duftende Pinienwälder ans Meer, an einen wunderschönen, traumhaften Strand. Am Strand angekommen, sammelten wir das Gepäck und Tammo, Daniel, Tom und Lars gingen ins Wasser und kühlten sich ab, während Paul und ich auf das Gepäck aufpassten. Nach einer Weile wurden wir abgelöst. Irgendwann bekamen wir Hunger und  in paar von uns machten sich auf, an der Strandpromenade nach etwas Leckerem zu suchen. Dann fanden sie es: ein Laden, bei dem es Pizza für nur 6 Kuna gab!!!(1,50€)  Jeder holte sich eine Pizza und wir ruhten uns weiter aus, schliefen oder schwammen. Später ging’s weiter und es wurde „aufgesattelt „ ;). Nach einem sehr steilen Berg, der  fast unbezwingbar war(Wir schafften es natürlich trotzdem), kamen wir bei einer Wiese an, wo wir unsere Kothe aufbauten und unser Essen machen konnten. Nach dem Essen machten wir noch eine Singerunde mit vielen schaurigen Piratenliedern „ARrrrrrrrr“ und legten uns dann schlafen. Die Nacht war eher unruhig, weil die ganze Nacht die wummernden Bässe irgendeiner Party zu uns rüberdröhnten. Irgendjemand feierte in einem Ferienhaus eine Hardstyle-Techno-Party. Am nächsten Morgen standen wir um 7:45 Uhr auf und machten Frühstück. Es gab ganze 15 Zwieback für alle. Tom wollte nix essen, da es ihm nicht gut ging. Trotzdem wurden wir nicht satt. Wir liefen nach Labin, einer etwas größeren Stadt . Als wir dort ankamen, fragten wir einen Ortskundigen nach dem Weg zum Busbahnhof. Im Bus hatte keiner von uns einen Sitzplatz, da er so voll war und wir mussten es uns auf der Treppe bequem machen. Tom und Lars mussten auf die hintere Treppe im Bus. Dann passierte es, was nicht aufzuhalten war! Tom musste kotzen und der Bus erstmal anhalten um eine grobe Reinigung durchzuführen. Endlich kamen wir am Ziel an und wir wurden von unserem Bus abgeholt. Da wurde dann erstmal ne Runde Hiper-Hiper aufgelegt! Als wir auch am nächsten Ziel ankamen, folgten wir ein paar Kilometern einer riesigen Menschenmasse. Doch als wir an einer Touristenattraktion ankamen und der Zug immer noch weitergin, brachen wir ab und gingen zurück zum Bus. Da warteten schon Mysa auf uns. Endlich konnten wir (Thuu) etwas essen und wir aßen alle eine Pizza!!! Außer Tom, der nur noch den Tisch umwerfen wollte, weil es ihm anscheinend nicht sehr gut ging. Während die Gruppenleiter nach einem Schlafplatz außerhalb der Stadt suchten, spielten viele von uns Arschloch oder Schwimmen!! Hier ist noch zu erwähnen, dass Dennis mit einem Einmalrasierer durch Fremdeinwirkung der Pflaumbart rasiert wurde. Seitdem hat er niewieder einen gehabt. Später holte uns der Bus ab und wir fuhren zum Schlafplatz. Dort bauten wir unsere Kohten auf und gingen dann nach dem Essen auch schlafen. Amnächsten Morgen wachten wir ziemlich unausgeschlafen auf. Als wir fertig waren mit dem Zusammenpacken, liefen wir mit ziemlich großem Hunger zur City. Als wir in der Stadt

ankamen, erwartete uns schon der Bus, der vorausgefahren, um das Frühstück zu kaufen

und vorzubereiten. Nach dem Essen liefen wir dann alle zur zweitgrößten Tropfsteinhöhle der Welt. Wir fuhren mit einer Bahn ins Höhleninnere. Nach einer Führung durch die

Höhle, die insgesamt ein über 24km großes Tunnelsystem besitzt, kamen wir wieder mit der Bahn raus und wir gingen zu einer Burg, die in einen Felsen gebaut wurde. Das waren 10 km laut der Straßenschilder, die dann manchmal 2km sagten und wenn man

weiter gegangen war, stand auf dem nächsten Schild 3 km. Diese Burg besichtigten wir dann auch! Nach der Besichtigung mussten wir dann noch zu unserem neuen Schlafplatz laufen. Das waren dann noch mal ungefähr 8 km. Als wir dann ankamen, machten wir unsere Kothen und das Essen fertig. An dem Abend erzählten wir von den Erlebnissen und Abenteuern unserer Wanderungen. Mysa hatte sogar ein Lied mit dem Namen „Ganter fliegt“ gedichtet, dass uns allen auf Anhieb gut gefiel. „Ja ja, diese Fahrt dauerte nicht mehr lang, aber das interessierte uns nicht sehr als an diesem Morgen der Weckruf in unseren Ohren wiederhallte.“ Am nächsten Tag sollte es zu einem ganz ausgefallenem Schlafplatz gehen. Während der Bus schon mal vorfuhr, mussten wir mit einem Linienbus zum Ort, wo uns dann UNSER Bus abholen konnte. Auf der Fahrt ist nichts Besonderes passiert. Wir haben Star-Munchkin gespielt, konnten die Runde allerdings nicht beenden, da wir einen Buswechsel durchführen mussten. Als wir dann endlich am Ort waren, wo uns unser Bus abholen sollte, konnte jeder seinen Drang nach einem Shop stillen und mal wieder endlich einkaufen. Wir mussten etwas länger warten, aber bald kam dann auch der Bus, der uns dann zum Ziel brachte. Auf der Fahrt zum Schlafplatz machte Christoph natürlich Hyper-Hyper und Zombienation an. Und so dröhnten wir mit maximal 80 km/h auf der Landstraße zum Ziel. Der Schlafplatz lag auf der anderen Seite eines Flusses gegenüber eines kleinen Dorfes. Die Ufer verband nur eine nicht ganz vertrauenswürdige Brücke. Am Abend gab es dann noch einen Kochwettbewerb, bei dem es keinen wirklichen Gewinner gab. Wir kochten selbst gemacht Schnitzel aus der Dose, Reis in Teigtaschen und eine leckere braune Soße. Das ganze dauerte aber etwas zu lange. Später, schliefen wir ein, nachdem wir uns sattgegessen hatten.

„Um 9 Uhr weckte uns Christoph. Dieser war 10 Minuten zuvor von einem Touristen gefragt worden, ob es sich bei dem Bus um einen Obststand handle.“

Am nächsten Tag ging es zum Bahnhof Richtung „Triglav National Park“. Am Endbahnhof

frühstückten wir erst einmal. Danach fuhr der Bus mit Mysa zum Schlafplatz und Thuu wartete in einer Ortschaft auf den Bus, der sie dann auch nach kurzer Zeit abholte. Am

Lagerplatz, den wir auch schon in der 2. Woche genutzt haben, lagerten auch Franzosen und Engländer sowie Österreicher. Als Mysa dann später ankam, wuschen wir endlich unsere Kluft und die restlichen Klamotten. Am Abend gab es Bratkartoffeln mit Wurst, Gemüse und Jägersoße. Am Abend machten wir dann einen schönen Jurtenabend, der vielen sicher noch lang in der Erinnerung bleiben wird. Der nächste Morgen fing ziemlich scheiße an. Es regnete. Wir konnten hören, wie die Franzmänner ihre Zelte abbauten. Und auch die Engländer packten ihre Sachen zusammen. Als das Wetter sich zum Guten

veränderte, gingen wir baden und danach wurde für das Mittagessen eingekauft. Beim Lagerplatz wieder angekommen, bereiteten einige wenige ein Überraschungsbüffet vor. Am Abend war es dann soweit!!! Es gab nicht nur exotische Getränke, nein, es gab auch Käsespieße und noch mehr solcher Spezialitäten. Gesungen wurde natürlich auch. Erst um 2 Uhr gingen dann auch die letzten ins Bett. Am nächsten Tag wurde Thuu mit Hannes, nach dem Essen, zur Bushaltestelle gefahren. Wir fuhren nun zum Bahnhof. Dort angekommen mussten wir noch bis kurz nach 23:00 Uhr warten und dann ging es nach

Hause!

Der Text wurde von Tom, Lars, Tammo und Simon geschrieben und von Paul

überarbeitet und vervollständigt.

Gut Pfad

Eure Sippe Thuu