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Der Freitag begann wie gewohnt damit,
dass wir als Sippe Thuu am Ganderkeseer „Hauptbahnhof“ auf
Mysa warteten. Hannes und Juljan waren schon vor
einigen Stunden mit einer Horde Kinder zur
Ludwigstein gefahren und wir Sippen wollten etwas später
hinterherfahren. Nur eins war diesmal anders. Die Leute von
Mysa kamen einfach nicht.
Schließlich stiegen wir etwas verwirrt
in die ankommende Nordwestbahn und bewegten uns Richtung
Bremen. Aber schon in der für ihre Döner berühmt und
berüchtigten Metropole Delmenhorst stiegen die vermissten zu
und wir konnten doch noch in voller stärke Starten. Levin
war genauso wie York durch ein äußerst wichtiges Konzert
verhindert und wollte Samstagnacht nachkommen.
Die Zugfahrt verlief ziemlich entspannt
und wir gönnten uns lediglich in Hannover eine Pause an
einer der hiesigen Burgerschmieden. Weiter ging es dann nach
Göttingen und von dort aus sollte es eigentlich weiter nach
Bad Sooden Allendorf gehen. Dazu kam es allerdings nicht.
Der Zug
bestand aus zwei Teilen und trennte sich während der Fahrt.
Wir saßen allerdings aus relativ unerklärlichen Gründen (
Können die ja auch mal rann schreiben, verdammt!) im
falschen Teil des Zuges und bewegten uns, da unser
Niedersachsenticket eigentlich nicht in Hessen gilt, schwarz
mit 100km/h in die Falsche Richtung. Nun gut, es war noch
nicht alles verloren und wir ließen uns von einem Mann
erklären wie es für uns möglich ist wieder zu unserem
eigentlichen Ziel zu kommen. Wir setzten die Leute von Mysa
bei Christoph ab und mussten dann ca. eine Stunde an einem
sehr sehr langweiligen Bahnhof warten. Bei dem uns sogar das
Singen verboten wurde. Wir bekamen die Zeit trotzdem rum und
schafften es dann doch noch mit einem Zug in Bad Sooden
Allendorf anzukommen. Dort am Bahnhof wurden wir auch gleich
von zwei Pfadfinderinnen empfangen die uns netter Weise in
ihrem Heim übernachten lassen wollten. Die beiden Erzählten
einige Sachen über Bad Sooden Allendorf und die hier
rivalisierenden Verbände. Naja , selbstverständlich trafen
wir dann natürlich auch noch Michy von Phoenix dem wir dann
mitteilten das wir zum Konkurrenzstamm gehen wollten. Beim
Pfadfinderheim sang ich noch ein bisschen mit Tom und Lars
und dann gingen wir alle schlafen. Wir wollten schließlich
am Morgen richtig durchstarten. Am nächsten Morgen nieselte
es schon eifrig als ich das erste mal aufwachte. Nach
mehrmaligem weiterschlafen veränderte sich das auch nicht
und wir beschlossen aufzustehen und einfach loszulaufen.
Beim zusammenpacken kam dann noch der Vater der beiden
Mädchen vorbei und fragte bei uns an ob wir nicht am Sonntag
auf der Ludwigstein ein bisschen helfen könnten.
Schuldbewusst sagte ich fürs erste zu. Wobei sich dann nach
seinem verschwinden alle bei mir beschwerten und sagten,
dass ich das ja gern allein machen könnte. Mensch, ihr
haltet echt zu mir Leute!
Wir gingen
dann los und besorgten uns bei einem Supermarkt ein nettes
Frühstück. Bei der Suche nach einem Platz zum essen mussten
wir am Ende auf den überdachten Chefparkplatz hinter dem
Supermarkt zurückgreifen. War aber trotzdem sehr gemütlich.
Tammo war außerdem auf die Idee gekommen leckeren, schwarzen
Johannisbeersaft zu kaufen. Ein ganz edler Tropfen.
Wir bahnten
uns dann an einer Salzwassertherme vorbei einen Weg in den
Wald. Es ging erst hoch zu einer ausgeschilderten Burg von
der wir dann hofften unseren Wanderweg zu finden.
Das klappte
zwar nicht ganz auf Anhieb, aber wir befanden uns trotzdem
Bald auf dem Weg der uns zum Rosskopfturm führen sollte.
Nebenbei bemerkten wir auch sehr schnell, dass die Strecken
sehr viel länger waren als auf der Karte abgebildet, weil
viele Windungen nur als gerade Strecken dargestellt wurde.
Das machte uns aber natürlich nichts aus. Wir wanderten die
ziemlich vernebelten Berghänge rauf und runter. Irgendwann
am frühen Nachmittag erreichten wir dann auch den
Rosskopfturm, der eigentlich recht imposant ist. Er besitzt
3 Stockwerke und soll eigentlich einen guten Ausblick
ermöglichen. Aufgrund der Wetterlage konnten wir allerdings
nur ein paar Meter weit schauen. Wir beschlossen dann erst
einmal im Erdgeschoss des Turmes eine Portion Nudeln zu
kochen. Als wir da dann so saßen und auf dem Tangria unsere
Nudeln kochten, hörten einige auf einmal Kratzen und
Katzengejaule.
Mich
interessierte das erst einmal nicht so sehr stark, aber
Tammo, Tom, Daniel, Lars und Jann begaben sich auf
Katzensuche. Schon nach kurzer Zeit waren sich alle sicher,
dass man ein Loch in die Wand schlagen müsste weil dort in
der Zwischenwand eine kleine Katze saß die nicht heraus
konnte. Naja, so ganz alles zerstören ist ja nun nicht meine
Art, eher so beiläufig. Wir einigten uns deshalb darauf
eine Latte zu lösen. Die ersten Male öffneten wir die Latten
zwar immer an Stellen wo irgendwas davor war, aber
irgendwann kam die Katze schließlich doch herausgeschossen
und wir hätten nach dem wir die Latten wieder befestigt
hatten auch essen können, wenn uns die Katze in Ruhe
gelassen hätte.
Da wir aber
alle fließend die Katzensprache beherrschen konnten wir ihr
doch schnell klar machen, dass wir sie nicht dabei haben
wollten. Die Nudeln mit Soße schmeckten allerdings sauer
merkwürdig. Nach einem seht gründlichem Abwasch sattelten
wir wieder unsere Affen auf und machten uns auf den Weg zu
einer Schutzhütte. Auf dem Weg kamen wir noch an einem Baum
vorbei, der ein Naturdenkmal darstellen sollte. War aber
nicht so sehr interessant. Von da aus kamen wir dann relativ
schnell zu der Schutzhütte, die aber bis auf einen Vorbau
abgeschlossen war. Wir mussten daher weiter ziehen und
hofften, im nahe gelegenen Dorf, auf dem Platz mit
Schutzhütten schlafen zu können. Der Platz war auch
tatsächlich luxuriös. Wir machten in einer überdachten
Feuerstelle unser Essen, sagen noch ein bisschen und gingen
dann schlafen. Daniel ging es den Abend nicht so gut. Man
könnte sagen: Er aß rückwärts. Woran es lag wusste
allerdings keiner genau.
Nach ca.
10-11 Stunden schlaf wachten wir am Morgen auf und packten
nach einem Müsli-Frühstück unsere Sachen zusammen. Christoph
rief uns an und schaute kurz vorbei um sich den Platz
anzusehen, aber dann liefen wir auch los zur Burg. Das Dorf
lag schon ziemlich dicht an der Burg, so dass man die
Burgumrisse schon im Morgennebel erkennen konnte. Wir
mussten daher nicht mehr weit laufen und befanden uns schon
bald zwischen einer Menge von Leuten, die auch zur Burg
wollten. An diesem Sonntag war nämlich Tag der Regionen.
Oben
angekommen waren wir allerdings alleine und wir aßen erst
einmal unsere restlichen Kekse auf. Später kamen dann auch
noch Christoph, die Meuten und letzten Ende die Sippe Mysa
mit Levin im Gepäck. Den Rest des Nachmittags verbrachten
wir dann auf dem Markt wo es so einiges gab. Norman der
German forderte Beispielsweise einen Ritter zum Schwertkampf
heraus. Am Abend gingen wir dann noch schön im
Burgschwimmbad schwimmen und aßen danach unser Abendessen.
Am Abend erzählten wir uns dann noch von den verschiedensten
Erlebnissen des Haiks und die meisten legten sich dann nach
einigem Singen hin. Wir Älteren schauten noch bei einer
Zelterkücherfeier vorbei, bei der sich noch ergründete,
warum der Liederbock seinen Namen trägt und warum
Stabilisatoren und Geschmacksstoffe in Hamburgern so wichtig
sind.
Am nächsten
Morgen traten wir dann unsere Heimfahrt an und mussten aus
Zeitmangel in völlig überfüllten Zügen Frühstücken. Aber
letztlich sind doch alle lebend und gesund nach Hause
gekommen. Welch Wunder!
Herzlich
Gut Pfad,
Paul
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