Fahrtenbericht zur Stammesherbstfahrt 2005

Der Freitag begann wie gewohnt damit, dass wir als Sippe Thuu am Ganderkeseer „Hauptbahnhof“ auf  Mysa warteten.  Hannes und Juljan waren schon vor einigen Stunden mit einer Horde Kinder zur Ludwigstein gefahren und wir Sippen wollten etwas später hinterherfahren. Nur eins war diesmal anders. Die Leute von Mysa kamen einfach nicht.

Schließlich stiegen wir etwas verwirrt in die ankommende Nordwestbahn und bewegten uns Richtung Bremen. Aber schon in der für ihre Döner berühmt und berüchtigten Metropole Delmenhorst stiegen die vermissten zu und wir konnten doch noch in voller stärke Starten. Levin war genauso wie York durch ein äußerst wichtiges Konzert verhindert und wollte Samstagnacht nachkommen.

Die Zugfahrt verlief ziemlich entspannt und wir gönnten uns lediglich in Hannover eine Pause an einer der hiesigen Burgerschmieden. Weiter ging es dann nach Göttingen und von dort aus sollte es eigentlich weiter nach Bad Sooden Allendorf gehen. Dazu kam es allerdings nicht.

Der Zug bestand aus zwei Teilen und trennte sich während der Fahrt. Wir saßen allerdings aus relativ unerklärlichen Gründen ( Können die ja auch mal rann schreiben, verdammt!) im falschen Teil des Zuges und bewegten uns, da unser Niedersachsenticket eigentlich nicht in Hessen gilt, schwarz mit 100km/h in die Falsche Richtung. Nun gut, es war noch nicht alles verloren und wir ließen uns von einem Mann erklären wie es für uns möglich ist wieder zu unserem eigentlichen Ziel zu kommen. Wir setzten die Leute von Mysa bei Christoph ab und  mussten dann ca. eine Stunde an einem sehr sehr langweiligen Bahnhof warten. Bei dem uns sogar das Singen verboten wurde. Wir bekamen die Zeit trotzdem rum und schafften es dann doch noch mit einem Zug in Bad Sooden Allendorf anzukommen. Dort am Bahnhof wurden wir auch gleich von zwei Pfadfinderinnen empfangen die uns netter Weise in ihrem Heim übernachten lassen wollten. Die beiden Erzählten einige Sachen über Bad Sooden Allendorf und die hier rivalisierenden Verbände. Naja , selbstverständlich trafen wir dann natürlich auch noch Michy von Phoenix  dem wir dann mitteilten das wir zum Konkurrenzstamm gehen wollten. Beim Pfadfinderheim sang ich noch ein bisschen mit Tom und Lars und dann gingen wir alle schlafen. Wir wollten schließlich am Morgen richtig durchstarten. Am nächsten Morgen nieselte es schon eifrig als ich das erste mal aufwachte. Nach mehrmaligem weiterschlafen veränderte sich das auch nicht und wir beschlossen aufzustehen und einfach loszulaufen. Beim zusammenpacken kam dann noch der Vater der beiden Mädchen vorbei und fragte bei uns an ob wir nicht am Sonntag auf der Ludwigstein ein bisschen helfen könnten. Schuldbewusst sagte ich fürs erste zu. Wobei sich dann nach seinem verschwinden alle bei mir beschwerten und sagten, dass ich das ja gern allein machen könnte. Mensch, ihr haltet echt zu mir Leute!

Wir gingen dann los und besorgten uns bei einem Supermarkt ein nettes Frühstück. Bei der Suche nach einem Platz zum essen mussten wir am Ende auf den überdachten Chefparkplatz hinter dem Supermarkt zurückgreifen. War aber trotzdem sehr gemütlich. Tammo war außerdem auf die Idee gekommen leckeren, schwarzen Johannisbeersaft zu kaufen. Ein ganz edler Tropfen.

Wir bahnten uns dann an einer Salzwassertherme vorbei einen Weg in den Wald. Es ging erst hoch zu einer ausgeschilderten Burg von der wir dann hofften unseren Wanderweg zu finden.

Das klappte zwar nicht ganz  auf Anhieb, aber wir befanden uns trotzdem Bald auf dem Weg der uns zum Rosskopfturm führen sollte.  Nebenbei bemerkten wir auch sehr schnell, dass die Strecken sehr viel länger waren als auf der Karte abgebildet, weil viele Windungen nur als gerade Strecken dargestellt wurde. Das machte uns aber natürlich nichts aus. Wir wanderten die ziemlich vernebelten Berghänge rauf und runter. Irgendwann am frühen Nachmittag erreichten wir dann auch den Rosskopfturm, der eigentlich recht imposant ist. Er besitzt 3 Stockwerke und soll eigentlich einen guten Ausblick ermöglichen. Aufgrund der Wetterlage konnten wir allerdings nur ein paar Meter weit schauen. Wir beschlossen dann erst einmal im Erdgeschoss des Turmes eine Portion Nudeln zu kochen. Als wir da dann so saßen und auf dem Tangria unsere Nudeln kochten, hörten einige auf einmal Kratzen und Katzengejaule.

Mich interessierte das erst einmal nicht so sehr stark, aber Tammo, Tom, Daniel, Lars und Jann begaben sich auf Katzensuche. Schon nach kurzer Zeit waren sich alle sicher, dass man ein Loch in die Wand schlagen müsste weil dort in der Zwischenwand eine kleine Katze saß die nicht heraus konnte. Naja, so ganz alles zerstören ist ja nun nicht meine Art, eher so beiläufig.  Wir einigten uns deshalb darauf eine Latte zu lösen. Die ersten Male öffneten wir die Latten zwar immer an Stellen wo irgendwas davor war, aber irgendwann kam die Katze schließlich doch herausgeschossen und wir hätten nach dem wir die Latten wieder befestigt hatten auch essen können, wenn uns die Katze in Ruhe gelassen hätte.

Da wir aber alle fließend die Katzensprache beherrschen konnten wir ihr doch schnell klar machen, dass wir sie nicht dabei haben wollten. Die Nudeln mit Soße schmeckten allerdings sauer merkwürdig. Nach einem seht gründlichem Abwasch sattelten wir wieder unsere Affen auf und machten uns auf den Weg zu einer Schutzhütte. Auf dem Weg kamen wir noch an einem Baum vorbei, der ein Naturdenkmal darstellen sollte. War aber nicht so sehr interessant. Von da aus kamen wir dann relativ schnell zu der Schutzhütte, die aber bis auf einen Vorbau abgeschlossen war. Wir mussten daher weiter ziehen und hofften, im nahe gelegenen Dorf, auf dem Platz mit Schutzhütten schlafen zu können. Der Platz war auch tatsächlich luxuriös. Wir machten in einer überdachten Feuerstelle unser Essen, sagen noch ein bisschen und gingen dann schlafen. Daniel ging es den Abend nicht so gut. Man könnte sagen: Er aß rückwärts. Woran es lag wusste allerdings keiner genau.

Nach ca. 10-11 Stunden schlaf wachten wir am Morgen auf und packten nach einem Müsli-Frühstück unsere Sachen zusammen. Christoph rief uns an und schaute kurz vorbei um sich den Platz anzusehen, aber dann liefen wir auch los zur Burg. Das Dorf lag schon ziemlich dicht an der Burg, so dass man die Burgumrisse schon im Morgennebel erkennen konnte. Wir mussten daher nicht mehr weit laufen und befanden uns schon bald zwischen einer Menge von Leuten, die auch zur Burg wollten. An diesem Sonntag war nämlich Tag der Regionen.

Oben angekommen waren wir allerdings alleine und wir aßen erst einmal unsere restlichen Kekse auf. Später kamen dann auch noch Christoph, die Meuten und letzten Ende die Sippe Mysa mit Levin im Gepäck. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir dann auf dem Markt wo es so einiges gab. Norman der German forderte Beispielsweise einen Ritter zum Schwertkampf heraus. Am Abend gingen wir dann noch schön im Burgschwimmbad schwimmen und aßen danach unser Abendessen. Am Abend erzählten wir uns dann noch von den verschiedensten Erlebnissen des Haiks und die meisten legten sich dann nach einigem Singen hin. Wir Älteren schauten noch bei einer  Zelterkücherfeier vorbei, bei der sich noch ergründete, warum der Liederbock seinen Namen trägt und warum Stabilisatoren und Geschmacksstoffe in Hamburgern so wichtig sind.

Am nächsten Morgen traten wir dann unsere Heimfahrt an und mussten aus Zeitmangel in völlig überfüllten Zügen Frühstücken. Aber letztlich sind doch alle lebend und gesund nach Hause gekommen. Welch Wunder! 

Herzlich Gut Pfad,

Paul