Fahrtenbericht zur Schneefahrt, Burg Ludwigstein 2005

Auch im Jahr 2005 wollten wir, wie gewohnt, zu unserer Stammesschneefahrt aufbrechen.

Die letzten Jahre galt die Schneefahrt unter uns als die Fahrt, die den Jahresbeginn ankündigte und so sollte sie auch dieses Mal das erste Abenteuer im neuen Jahr darstellen.

Anders als die Jahre zuvor, brachen wir dieses Mal mit außergewöhnlich vielen Mitgliedern ins Ungewisse auf, da sich der Stamm in letzter Zeit extrem vergrößert hatte.

Am Freitag, dem 28.01., brachen wir auf. Der Großteil von uns fuhr mit dem Zug und der Rest mit einem VW Bus. Unser Ziel war die Burg Ludwigstein in Nordhessen.

Schon öfters waren wir dort gewesen, jedes Mal war es etwas Neues und auch 2005 sollte es etwas ganz Besonderes werden.

Während die anderen sich mit dem Zug durch Deutschlands Norddeutsche Bahnhöfe kämpften, fuhren Christoph Levin, Ich und meine Gruppe mit dem Bus Richtung Hessen.

Wir kamen trotz schlechtem Wetter gut voran. Christoph lenkte den Bus zufahrlässig Richtung Ziel.

Nach gut 3 Stunden hatten wir die Burg erreicht. Die dicken Mauern aus Feldsteinen verdeckten die untergehende Sonne und sorgten für begeisterte Blicke meiner Meute.

Als der Wagen geparkt war, begannen wir unser Gepäck und die Schlitten aus dem Auto zu räumen. Anschließend bezogen wir unser Zimmer. Schlafsäcke und Decken wurden auf dem Fußboden ausgerollt. Alles sollte verstaut sein, bevor Christoph die restlichen Stammesmitglieder vom Bahnhof abholen würde.

Als die anderen eintrafen war es schon 22.00 Uhr und wir begannen gemeinsam zu essen. Ich hatte zuvor mit meiner Meute einige Brötchen für die hungrigen Mäuler geschmiert und der warme Tee wärmte die erschöpften Zugfahrer auf. Kurze Zeit später legten wir uns gemeinsam schlafen, denn der morgige Tag sollte schon früh beginnen. Außerdem wollten wir mit unseren Schlitten die Berghänge unsicher machen.

Samstag früh standen wir auf und unser erster Weg führte uns ins Burgschwimmbad. Anschließend gab es Frühstück (was es genau gab weiß ich nicht mehr, ich glaube Brot). Nach dem Essen räumten wir unser Zimmer auf, räumten die Schlafsäcke ein und machten uns für unsere erste Schlittenfahrt bereit. Der Burgberg lud zum abenteuerlichen Hinunterfahren ein und unter unseren Schlittenkufen brachten wir den Schnee zum Glühen. Als wir uns alle ausgetobt hatten wärmten wir uns kurz auf, zogen uns trockene Sachen an und fanden uns darauf hin zu einer kurzen Lagebesprechung ein. Die eine Hälfte von uns wollte die nahe gelegene Burgruine „Hahnenstein“ erkundigen, die anderen machten sich auf zu einem Meeting mit anderen Pfadfindern, die man kurz besuchen wollte. Ich machte mich mit denen, die die Burgruine noch nicht kannten, auf den Weg zu dieser. Die Luft war kalt und der Schnee knirschte unter den mächtigen Profilen unserer Wanderschuhe, aber die Sonne spendete ihr warmes Licht. Der Burgberg der Hahnenstein war steil und der Weg bis vor die alten Burgmauern zog sich lange hin. Aber wir schafften es und standen kurz darauf vor der alten Burgruine, die auf einem Berg gegenüber der Ludwigstein stand. Wir holten uns Karten für das Burgmuseum und streunten durch die alten Zimmer mit ihren hohen Decken und warfen einen Blick von dem Burgturm hinunter. Meine Gruppe war irgendwann dann damit intensiv beschäftigt sich die dicken Schneebälle, auf den Wiesen vor der Burg, um die Ohren zu schmettern. Irgendwann begriffen sie, dass sie sich zusammentun sollten und mich attackieren müssten. Flüchten war zwecklos!

Als der Stand der Sonne den Rückweg zur Ludwigstein signalisierte, machten wir uns auf den Rückweg. In der Dunkelheit wollten wir auf keinen Fall laufen, denn im Tal würde es schnell kalt und ungemütlich werden. Wir schafften es noch vor dem Untergehen der Sonne die Ludwigstein zu erreichen und währen wir auf die Rückkehr der anderen warteten tranken wir einen leckeren Tee und York stimmte einige Lieder mit der Gitarre an.

Die anderen trafen ein und erzählten von dem Treffen mit den anderen Pfadfindern. Schnell bereiteten wir das Essen vor. Dieses Mal kann ich euch auch sagen, was es gab – ich habe nämlich mitgekocht. Chilikonkane wurde serviert. Im Gewölbekeller der Burg, der uns ab heute zur Verfügung stand, aßen wir gemeinsam.

Nach dem Essen teilten wir die einzelnen Gruppen ein und während Pauls Gruppe den Gewölbekeller aufräumte, die Gruppe von Levin und Julian das Geschirr abwusch, räumten York und ich noch einmal den Schlafraum mit unserer Meute auf. Als alle ihren Job erfüllt hatten fanden wir uns gemeinsam im Gewölbekeller zum Abendprogramm ein. Levin, Paul und York spielten Gitarre, wir anderen unterstützen sie mit beim Singen und parallel gab es leckere Schokokekse. Es wurde später und später und später und wir hätten noch Stunden so weiter singen, lachen und uns unterhalten können, aber irgendwann wird jeder Mensch müde und so legten wir uns nach und nach alle schlafen.

Der Sonntagmorgen brach an und wir stürmten das Schwimmbad. Nach dem anschließenden Essen brachen wir mit dem VW Bus auf zum „Hohen Meißner“, einem nahe gelegenen verdammt hohen Berg. Dort verbrachten wir so einige Stunden, denn die Piste für Schlittenfahrer ließ uns nicht mehr los. Immer wieder schossen wir den Berg hinunter. Als unserer Haare anfingen einzufrieren machten wir uns auf den Rückweg. Während der Autofahrt ertönte im Radio der neue Charthit „Schnappi das Krokodil“ und meine Gruppe brachte, unter dem motivierenden Gesang von Christoph und mir, den Bus zum dröhnen. Christoph setzte mich gemeinsam mit meiner Gruppe bei der Burg ab und holte in einer zweiten Tour die Übrigen vom Hohen Meißner ab. Nachdem wir alle bei der Ludwigstein eingetroffen waren fingen wir Gruppenleiter an mit den Kindern Liederbücher zu basteln, Christoph bereitete das Essen vor. Nachdem wir die Liederbücher gebastelt hatten und gemeinsam gegessen hatten (leider habe ich schon wieder vergessen was es gab, bestimmt aber Nudeln), gingen wir gemeinsam ins Schwimmbad und parallel in die Sauna (!!!). Ich muss gestehen die Sauna war mir einwenig zu warm, aber Pauls und meine Gruppe fühlten sich sichtlich wohl darin. Ich verbrachte meine Schwimmbadzeit vorwiegend mit einigen anderen unter den warmen Duschen. Nach dem Schwimmbad aßen wir noch eine Kleinigkeit, sangen ein bisschen im Gewölbekeller und gingen dann Schlafen.

Am nächsten Tag packten wir unsere Sachen zusammen, räumten gemeinsam auf und als Christoph die Zugfahrer zum Bahnhof gebracht hatte machten wir uns mit dem VW Bus auf Richtung Ganderkesee. Gegen Abend kamen wir dort an und luden die Kinder zu Hause ab...

Bis zur nächsten Fahrt ...

Herzlich Gut Pfad, Hannes