|
Nach unserem
letzten Frühstück in Freiheit (14 Tage Wanderung liegen
hinter uns), machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum
Lagerplatz in Gaj. Gegen Mittag kamen wir dort an, wo wir
auch schon dringend von den meisten Pfadfinderinnen gespannt
erwartet wurden. Zunächst wurde uns die Dolmetscherin
vorgestellt. Sie erklärte uns dann erstmal das Gelände und
das wir zwei Zelte von ihren benutzen können. Als Erstes
kümmerten wir uns darum, dass unsere Kothen aufgebaut wurden
und alles Gepäck in ein polnisches Zelt kam. Denn in einem
von den beiden, würden Hannes und Florian schlafen und das
zweite Zelt stand leer. Christoph hatte eine kleine Hütte.
Nachdem wir fertig waren, ertönte eine Pfeife und alle
polnischen Pfadinder stellten sich in ihren Gruppen vor
ihrem Leiter auf. Wir stellten uns natürlich auch dazu, denn
bei diesem "Apell" wurde das folgende Programm erklärt und
wir wurden offiziell begrüßt. Nun folgen erstmal bis zum
Abendessen Kennenlernspiele aller Art.
Vor dem Abendessen stellten sich wieder alle in ihren
Gruppen auf und dann gingen alle in einer Schlange
zum Essenssaal, wo am Eingang die Getränke an jeden verteilt
wurden. Auf den Tischen standen Schalen mit Suppe. Dann
standen alle auf und sangen ein Lied. Dies war bei ihnen so
was, wie bei uns der Essenspruch. Nach unserem Essenspruch
fingen wir dann auch an zu speisen. Nach dem Beenden des
Essens brachten alle ihr Geschirr zur Küche, wo dann von den
Köchinnen alles abgewaschen wurde. Als nächstes machten wir
einen kleinen Waldlauf auf dem wir Zettel suchen sollten,
auf denen polnische und deutsche Wörter standen, die
zusammen eine Frage ergaben. Die erste Gruppe, die mit der
richtigen Antwort zurück war, hatte gewonnen.
So spielten wir noch einige Spiele und saßen am Abend
noch am Feuer, wo wir sangen und wieder mal Spiele spielten.
Im Dorf gab es auch einen kleinen Laden (Sklep), dort konnte
man sich gut mit allen notwendigen Konsumartikeln versorgen.
Um elf Uhr war dann auch Nachtruhe...
Morgens standen wir immer schon um sechs Uhr (nicht gelogen
!) auf, damit wir am See noch baden konnten, bevor der Tag
begann und alles voll Pfadfinderinnen war. Offiziell war
erst um 7 Uhr Wecken, das hat Martin (der polnische
Pfadfinder mit Trillerpfeife) sehr beeindruckt. Heute fingen
wir mal wieder mit einigen Spielen an.
Am Nachmittag hatten wir ein Volleyballturnier gegen eine
Caritasgruppe in Gaj. Während die größeren von
uns
Volleyball spielten unterhielt sich Christoph angeregt mit
dem Priester von der Gruppe und der Rest der polnischen
Pfadfinder feuerte uns kräftig an. Nach dem knapp verlorenen
Spiel wollte der Priester uns noch unbedingt seine Kirche
zeigen. Dazu hatte nicht wirklich jemand von uns Lust und
somit waren wir auch dann froh als wir wieder zurück in
unserem Lager waren.
Heute spielten wir noch einige Spiele von uns (Geländespiel)
und natürlich saßen wir auch am Abend wieder am Feuer.
Am Mittwoch bekamen wir unsere Revanche gegen die
Caritas. Diesmal aber im Fußball. Es war zwar hart, aber
diesmal gewannen wir! Hatten auch 2 Leute mehr auf dem Feld
… Ansonsten war am Mittwoch nichts besonderes mehr, nur das
übliche wie "Naschen", Mittagspause etc... . Da wir am
Donnerstag einen Teil des Programms machen würden setzten
wir uns am Abend noch in einer kleinen Holzhütte zusammen
und besprachen was für ein Spiel wir machen würden. Es
folgte dann noch DISCO, das war toll ! (Hilfe (Uwaga)…)
Unser Spiel würde heute am Vormittag stattfinden. Also
riefen wir nach dem Frühstück alle zusammen, um das Spiel zu
erklären. Bis zum Mittagessen waren wir nun auch mit dem
Geländespiel beschäftigt, wahrscheinlich war
es unseren polnischen Freunden zu brutal, war es aber
eigentlich gar nicht. Nach dem Essen zeigten die Polen uns
ein Versteckspiel indem man sich in zwei Gruppen aufteilt
und die eine Gruppe die andere im Wald suchen sollte. Die
Gruppe die sich versteckte, durfte sich aber nach dem sie
sich versteckt hatte, nicht mehr bewegen! Dieses Spiel
machte auch allen großen Spaß, so krabbelten einige hoch in
die Bäume oder buddelten sich Löcher. Am Abend kam noch die
Landrätin vorbei und setzte sich mit ans Lagerfeuer, bevor
dann wieder mal Nachtruhe war.
Am Freitag war nun ein echtes Highlight: Heute würden wir
den ganzen Tag weg sein, da wir mit einem tollen Schulbus
alle zusammen zur Marienburg fuhren und dort eine
Besichtigung machten, mit einer
deutsch sprechenden Führerin. Die Polen fanden es wohl nicht
besonders spannend aber für uns war es zum groß Teil echt
super. Schließlich eine der größten Burganlagen Europas und
der Sitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens. Eine absolut
beeindruckende Anlage. Die Burgführerin haben wir fast zum
Wahnsinn damit getrieben, geheime unterirdische Anlagen
besichtigen zu wollen. Sie wollte irgendwie nicht, oder
hatte keine Ahnung …
Gegen späten Nachmittag waren wir dann nach einem kleinen
Stadtbummel wieder zurück in Gaj . Dort spielten wir mal
wieder einige Spiele, bevor es Abendessen gab. Nach der
Singerunde am Feuer war auch schon wieder Nachtruhe.
Da
wir am Samstag schon wieder nach Hause fuhren, fingen wir
nach dem Frühstück an, unsere Zelte und Sachen zusammen zu
packen. Am Nachmittag wurden dann noch Lagerhochzeiten
veranstaltet, bei denen fast alle von uns heirateten. Außer
ich (Julian), Paul, Christoph und Lars. Mit aus Müllsäcken
als Frack und Eheringen aus Alufolien.
Nun war es auch leider schon so weit und wir mussten
Abschied nehmen und wir wurden von einem kleinen Bus zum
Bahnhof gebracht.
Es fuhren noch 5 Pfadfinderrinnen mit, die uns dann am
Zug mit viel Tränen verabschiedeten. Dann hieß es auch schon
wieder: Deutschland wir kommen wieder zurück.... !
|