Fahrtenbericht zur Sommerfahrt 2004 nach Polen

Nach unserem letzten Frühstück in Freiheit (14 Tage Wanderung liegen hinter uns), machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Lagerplatz in Gaj. Gegen Mittag kamen wir dort an, wo wir auch schon dringend von den meisten Pfadfinderinnen gespannt erwartet wurden. Zunächst wurde uns die Dolmetscherin vorgestellt. Sie erklärte uns dann erstmal das Gelände und das wir zwei Zelte von ihren benutzen können. Als Erstes kümmerten wir uns darum, dass unsere Kothen aufgebaut wurden und alles Gepäck in ein polnisches Zelt kam. Denn in einem von den beiden, würden Hannes und Florian schlafen und das zweite Zelt stand leer. Christoph hatte eine kleine Hütte.

Nachdem wir fertig waren, ertönte eine Pfeife und alle polnischen Pfadinder stellten sich in ihren Gruppen vor ihrem Leiter auf. Wir stellten uns natürlich auch dazu, denn bei diesem "Apell" wurde das folgende Programm erklärt und wir wurden offiziell begrüßt. Nun folgen erstmal bis zum Abendessen Kennenlernspiele aller Art.

Vor dem Abendessen stellten sich wieder alle in ihren Gruppen auf und dann gingen alle in einer Schlange zum Essenssaal, wo am Eingang die Getränke an jeden verteilt wurden. Auf den Tischen standen Schalen mit Suppe. Dann standen alle auf und sangen ein Lied. Dies war bei ihnen so was, wie bei uns der Essenspruch. Nach unserem Essenspruch fingen wir dann auch an zu speisen. Nach dem Beenden des Essens brachten alle ihr Geschirr zur Küche, wo dann von den Köchinnen alles abgewaschen wurde. Als nächstes machten wir einen kleinen Waldlauf auf dem wir Zettel suchen sollten, auf denen polnische und deutsche Wörter standen, die zusammen eine Frage ergaben. Die erste Gruppe, die mit der richtigen Antwort zurück war, hatte gewonnen.

So spielten wir noch einige Spiele und saßen am Abend noch am Feuer, wo wir sangen und wieder mal Spiele spielten. Im Dorf gab es auch einen kleinen Laden (Sklep), dort konnte man sich gut mit allen notwendigen Konsumartikeln versorgen. Um elf Uhr war dann auch Nachtruhe...
Morgens standen wir immer schon um sechs Uhr (nicht gelogen !) auf, damit wir am See noch baden konnten, bevor der Tag begann und alles voll Pfadfinderinnen war. Offiziell war erst um 7 Uhr Wecken, das hat Martin (der polnische Pfadfinder mit Trillerpfeife) sehr beeindruckt. Heute fingen wir mal wieder mit einigen Spielen an.

Am Nachmittag hatten wir ein Volleyballturnier gegen eine Caritasgruppe in Gaj. Während die größeren von uns Volleyball spielten unterhielt sich Christoph angeregt mit dem Priester von der Gruppe und der Rest der polnischen Pfadfinder feuerte uns kräftig an. Nach dem knapp verlorenen Spiel wollte der Priester uns noch unbedingt seine Kirche zeigen. Dazu hatte nicht wirklich jemand von uns Lust und somit waren wir auch dann froh als wir wieder zurück in unserem Lager waren.
Heute spielten wir noch einige Spiele von uns (Geländespiel) und natürlich saßen wir auch am Abend wieder am Feuer.

Am Mittwoch bekamen wir unsere Revanche gegen die Caritas. Diesmal aber im Fußball. Es war zwar hart, aber diesmal gewannen wir! Hatten auch 2 Leute mehr auf dem Feld … Ansonsten war am Mittwoch nichts besonderes mehr, nur das übliche wie "Naschen", Mittagspause etc... . Da wir am Donnerstag einen Teil des Programms machen würden setzten wir uns am Abend noch in einer kleinen Holzhütte zusammen und besprachen was für ein Spiel wir machen würden. Es folgte dann noch DISCO, das war toll ! (Hilfe (Uwaga)…)

Unser Spiel würde heute am Vormittag stattfinden. Also riefen wir nach dem Frühstück alle zusammen, um das Spiel zu erklären. Bis zum Mittagessen waren wir nun auch mit dem Geländespiel beschäftigt, wahrscheinlich war

es unseren polnischen Freunden zu brutal, war es aber eigentlich gar nicht. Nach dem Essen zeigten die Polen uns ein Versteckspiel indem man sich in zwei Gruppen aufteilt und die eine Gruppe die andere im Wald suchen sollte. Die Gruppe die sich versteckte, durfte sich aber nach dem sie sich versteckt hatte, nicht mehr bewegen! Dieses Spiel machte auch allen großen Spaß, so krabbelten einige hoch in die Bäume oder buddelten sich Löcher. Am Abend kam noch die Landrätin vorbei und setzte sich mit ans Lagerfeuer, bevor dann wieder mal Nachtruhe war.

Am Freitag war nun ein echtes Highlight: Heute würden wir den ganzen Tag weg sein, da wir mit einem tollen Schulbus alle zusammen zur Marienburg fuhren und dort eine Besichtigung machten, mit einer deutsch sprechenden Führerin. Die Polen fanden es wohl nicht besonders spannend aber für uns war es zum groß Teil echt super. Schließlich eine der größten Burganlagen Europas und der Sitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens. Eine absolut beeindruckende Anlage. Die Burgführerin haben wir fast zum Wahnsinn damit getrieben, geheime unterirdische Anlagen besichtigen zu wollen. Sie wollte irgendwie nicht, oder hatte keine Ahnung …

Gegen späten Nachmittag waren wir dann nach einem kleinen Stadtbummel wieder zurück in Gaj . Dort spielten wir mal wieder einige Spiele, bevor es Abendessen gab. Nach der Singerunde am Feuer war auch schon wieder Nachtruhe.

Da wir am Samstag schon wieder nach Hause fuhren, fingen wir nach dem Frühstück an, unsere Zelte und Sachen zusammen zu packen. Am Nachmittag wurden dann noch Lagerhochzeiten veranstaltet, bei denen fast alle von uns heirateten. Außer ich (Julian), Paul, Christoph und Lars. Mit aus Müllsäcken als Frack und Eheringen aus Alufolien.

Nun war es auch leider schon so weit und wir mussten Abschied nehmen und wir wurden von einem kleinen Bus zum Bahnhof gebracht.

Es fuhren noch 5 Pfadfinderrinnen mit, die uns dann am Zug mit viel Tränen verabschiedeten. Dann hieß es auch schon wieder: Deutschland wir kommen wieder zurück.... !