Sonne wir kommen !!!
Ganderiker Gruppenleiter zieht es nach Nordspanien...Es
war wohl eher eine ungewohnte Situation für alle
Beteiligten. Da wurde aus einer simplen Gruppenstunde eine
Diskussionsrunde über eine Fahrt nach Südeuropa. Schnell
stellte sich heraus, diese Fahrt sollte etwas ganz
besonderes werden – eine Art Urlaub für alle gestressten
Gruppenleiter, die sich eine Woche in der Sonne entspannen
wollten. Einige Reiseziele standen uns da zur Auswahl. Aber
eines hatten sie alle gemeinsam: Jedes dieser Länder besaß
einen Flugplatz und diesen wollten wir nicht ungenutzt
lassen und so stand fest: WIR FLIEGEN!
Ganz neue Dimensionen und Erfahrungen sollte diese Fahrt
für uns parat halten. Geflogen waren wir alle schon einmal.
Außer der Mensch der die Flüge buchen sollte: Stammesleiter
Christoph Mengel stand sein erstes Flugerlebnis bevor. Bevor
wir bei unserer Fahrtenplanung jedoch ins Detail gehen
konnten musste zunächst ein Fahrtenziel gefunden werden.
Nach einiger Zeit kam man dann auf einen Nenner und einigte
sich auf Nordspanien.
Nordspanien mit seinen Steilküsten, Sandstränden, Gebirgen
und seiner ganz eigenen Kultur sollte für uns alle eine neue
Erfahrung darstellen und so wuchs die Ungeduld auf den Tag
des Abfluges stetig.
Hannover – Bilbao für 150 € das war ein faires Angebot. Die
Flüge wurden sofort gebucht.
Mit vier Gruppenleitern (Levin, Julian, Christoph und
Hannes) wollten wir nun am Abflugtag von der Theorie in die
Praxis übergehen. Mit dem Zug gelangten wir nach Hannover,
um von dort aus unser Flugzeug nach Bilbao zu nehmen. Bilbao
liegt im Norden Spaniens am Golf von Biscaya. Das sogenannte
„Einboarden“ im Flughafen geschah reibungslos und so saßen
wir bald im Flug von Hannover nah Bilbao. Christoph
berichtete den Flug über fasziniert von den gewaltige
Kräften der Turbinen und blickte fassungslos auf die
Höhenangabe und die Fluggeschwindigkeit auf den Bildschirmen
über uns.
Nach einiger Zeit begann der Sinkflug und Bilbao zeichnete
sich vor uns ab. Wir überflogen noch kurz einen Friedhof,
welchen wir als schlechtes Omen deuteten, doch einige
Minuten später setzte das Flugzeug sanft auf der Landebahn
auf.
Unser Gepäck galt es nun abzuholen und im Anschluss den
zuvor bestellten Mietwagen (!!!) in Empfang zu nehmen. Dem
Citrön C3 würde hier wohl sein härtester Trip bevorstehen
soviel war sicher, denn so manches Schlagloch würde dem
Kleinwagen noch zusetzen.
Die Sachen waren schnell im Auto verstaut und wir verließen
die Stadt, die im Gegensatz zu dem was Spanien uns noch
bieten sollte nicht einladend wirkte. Auf dem Baifahrersitz
sollte ich nun für die kommende Zeit das Kartenlesen
übernehmen und so lotste ich Christoph aus der Stadt heraus.
Richtung Westen ging es nun. Bilbao bot außer vielen
Baustellen nicht nur komplizierte Straßenverläufe sondern
auch Unmengen an Verkehr. Umso glücklicher waren wir, als
wir mit dem ersten Blick auf die Nordatlantikküste nicht nur
den Alltags- sondern auch den Ankunftsstress hinter uns
ließen.
Die Steilküsten an der Nordatlantikküste Spaniens
sprühten uns ihre erste Priese Salz ins Gesicht als wir den
Wagen verließen und unsere erste Mahlzeit zwischen einigen
Felsen zu uns nahmen. Zufrieden lehnten wir uns zurück – wir
hatten es geschafft.
Im Folgenden galt es die Route für die nächsten Tage zu
bestimmen. Ein Blick auf die Karte reichte und es wurde
einstimmig beschlossen, dass wir entlang der Steilküsten
Richtung Westen fahren wollten. Später sollte es uns ins
Innland führen, wo wir Gebirge und Gletscher erkunden
wollten.
Und so setzten wir uns nach unserer gemeinsamen Mahlzeit
wieder in das Auto und folgten der Sonne, denn diese musste
ja auch in Spanien im Westen untergehen.
Unsere erste Nacht verbrachten wir an einem Fluss. Die
Dunkelheit hatte uns überrascht und so blieb keine Zeit
einen Platz am Meer zu suchen, um dort unser Zelt
aufzuschlagen. Das sollte sich die folgenden Tage aber
ändern. Ausgeschlafen brachen wir am nächsten Morgen auf, um
für diesen Abend einen geeigneten Schlafplatz am Atlantik zu
finden. Es ging vorbei an urigen Dörfern, alten Kirchen und
weiten Wiesen. Bald erreichten wir den Ozean, dieser bot uns
heute einen Sandstrand den wir sofort zum Baden nutzten. Die
Wellen waren größer als zuvor vermutet und so hatten wir
alle Mühe gegen die Fluten anzukämpfen.
Die Fahrt ging weiter und bald hatten uns die Steilküsten
wieder. Auf einer Wiese die weit oben gelegen war wollten
wir die Nacht verbringen. Die Gegend galt es natürlich zuvor
genauer zu erkunden. Jeder tat das auf seine Art: Der eine
legte sich ins Gras und lauschte dem Donnern der Wellen, der
andere lief die Steilhänge bis zum Wasser hinunter und
blickte gen Horizont. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut
hatten saßen wir noch einige Stunde so da, unterhielten uns,
aßen eine Kleinigkeit und hörten immer wieder dem Wind und
dem Rauschen der gewaltigen Wellen zu, die sich dort unter
uns ihren Weg durch die Felsspalten bahnten.
Die Tage vergingen schneller als gedacht. Jeder Tag stellte
eine neue Herausforderungen da. Wir kamen an verschlafenen
Dörfern vorbei, kleinen Hügeln und auch kleine Wälder
säumten die Straße. So ließen wir nach einigen Tagen die
Steilküsten hinter uns, als wir Richtung Süden den Weg ins
Inland auf uns nahmen.
Ziel waren nun die Picos de Europa, eine Gebirgs- und
Gletscherlandschaft. Ganz hoch hinaus wollten wir, einen
Blick über ganz Spanien werfen, höher sein als die Wolken
und in metertiefen Schnee einsacken. Bevor sich dieses Ziel
jedoch realisieren ließ mussten wir einiges an Strecke
schaffen, denn die Picos de Europa lagen weit im Inland.
Und so besichteten wir noch kleine Dörfer und Städte,
kämpften uns bei Tagesmärschen durch die zerklüftete
Felslandschaft, wo wir uns ein Bad im eiskalten Gebirgsbach
nicht entgehen ließen.
Nach ein paar Tagen und Nächten kamen wir dem Gebirge
immer näher. Die Nächte wurden kalt und das Wetter
unberechenbar. Gewittereinbrüche, plötzliche Hagel- und
Schneefälle waren keine Seltenheit mehr. Schließlich kamen
wir dort an wo alles zu Ende sein sollte. Gigantische
Felsformationen, die die Wolkendecke durchbrachen zeichneten
sich am Horizont ab. Teil der Ausrüstung für diesen Trip
waren natürlich Karabiner und ein robustes Bergseil, diese
galten bei uns schlichtweg als Lebensversicherung. In 2400
Meter Höhe lagen sie nun vor uns, die Picos de Europa. Mit
einer Liftanlage ging es die steilen Felswände hinauf bis
sich vor uns die meterdicken Schneedecken auftürmten. Als
wir den Lift verließen und uns durch die weiße Wüste
kämpften ließen wir jeden Touristen hinter uns. Schließlich
standen wir einsam, umringt von Felsketten da. Ohne Aussicht
auf Zivilisation. Hier war das Ende der Welt - soviel stand
fest. Ja und die kleinen unscheinbaren Punkte auf den
folgenden Bildern sind wir – mitten im Nichts.
Nach den Picos de Europa stand nun der Weg zurück zum
Flughafen an. Verbunden war dieser noch mit einigen
Übernachtungen, die es ebenfalls in sich hatten. Der Flug
nach Deutschland sorgte abschließend für weitere
beeindruckende Bilder und Momente. In Deutschland angekommen
zog es jeden von uns erst einmal in sein warmes Bett – fast
vergessen war das Gefühl eine Matratze unter sich zu haben.
Aber das es auch ohne geht hat sich bei dieser Fahrt mal
wieder heurausgestellt und was uns nicht umbringt macht uns
sowieso nur härter.
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein herzliches Gut
Pfad
und natürlich freue ich mich schon auf unsere
Gruppenleiterfahrt 2005 nach Sardinien...
Hannes
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