Fahrtenbericht zur Spanien, Ostern 2004


Sonne wir kommen !!!
Ganderiker Gruppenleiter zieht es nach Nordspanien...

Es war wohl eher eine ungewohnte Situation für alle Beteiligten. Da wurde aus einer simplen Gruppenstunde eine Diskussionsrunde über eine Fahrt nach Südeuropa. Schnell stellte sich heraus, diese Fahrt sollte etwas ganz besonderes werden – eine Art Urlaub für alle gestressten Gruppenleiter, die sich eine Woche in der Sonne entspannen wollten. Einige Reiseziele standen uns da zur Auswahl. Aber eines hatten sie alle gemeinsam: Jedes dieser Länder besaß einen Flugplatz und diesen wollten wir nicht ungenutzt lassen und so stand fest: WIR FLIEGEN!

Ganz neue Dimensionen und Erfahrungen sollte diese Fahrt für uns parat halten. Geflogen waren wir alle schon einmal. Außer der Mensch der die Flüge buchen sollte: Stammesleiter Christoph Mengel stand sein erstes Flugerlebnis bevor. Bevor wir bei unserer Fahrtenplanung jedoch ins Detail gehen konnten musste zunächst ein Fahrtenziel gefunden werden. Nach einiger Zeit kam man dann auf einen Nenner und einigte sich auf Nordspanien.
Nordspanien mit seinen Steilküsten, Sandstränden, Gebirgen und seiner ganz eigenen Kultur sollte für uns alle eine neue Erfahrung darstellen und so wuchs die Ungeduld auf den Tag des Abfluges stetig.
Hannover – Bilbao für 150 € das war ein faires Angebot. Die Flüge wurden sofort gebucht.
Mit vier Gruppenleitern (Levin, Julian, Christoph und Hannes) wollten wir nun am Abflugtag von der Theorie in die Praxis übergehen. Mit dem Zug gelangten wir nach Hannover, um von dort aus unser Flugzeug nach Bilbao zu nehmen. Bilbao liegt im Norden Spaniens am Golf von Biscaya. Das sogenannte „Einboarden“ im Flughafen geschah reibungslos und so saßen wir bald im Flug von Hannover nah Bilbao. Christoph berichtete den Flug über fasziniert von den gewaltige Kräften der Turbinen und blickte fassungslos auf die Höhenangabe und die Fluggeschwindigkeit auf den Bildschirmen über uns.
Nach einiger Zeit begann der Sinkflug und Bilbao zeichnete sich vor uns ab. Wir überflogen noch kurz einen Friedhof, welchen wir als schlechtes Omen deuteten, doch einige Minuten später setzte das Flugzeug sanft auf der Landebahn auf.
Unser Gepäck galt es nun abzuholen und im Anschluss den zuvor bestellten Mietwagen (!!!) in Empfang zu nehmen. Dem Citrön C3 würde hier wohl sein härtester Trip bevorstehen soviel war sicher, denn so manches Schlagloch würde dem Kleinwagen noch zusetzen.
Die Sachen waren schnell im Auto verstaut und wir verließen die Stadt, die im Gegensatz zu dem was Spanien uns noch bieten sollte nicht einladend wirkte. Auf dem Baifahrersitz sollte ich nun für die kommende Zeit das Kartenlesen übernehmen und so lotste ich Christoph aus der Stadt heraus. Richtung Westen ging es nun. Bilbao bot außer vielen Baustellen nicht nur komplizierte Straßenverläufe sondern auch Unmengen an Verkehr. Umso glücklicher waren wir, als wir mit dem ersten Blick auf die Nordatlantikküste nicht nur den Alltags- sondern auch den Ankunftsstress hinter uns ließen.

Die Steilküsten an der Nordatlantikküste Spaniens sprühten uns ihre erste Priese Salz ins Gesicht als wir den Wagen verließen und unsere erste Mahlzeit zwischen einigen Felsen zu uns nahmen. Zufrieden lehnten wir uns zurück – wir hatten es geschafft.

Im Folgenden galt es die Route für die nächsten Tage zu bestimmen. Ein Blick auf die Karte reichte und es wurde einstimmig beschlossen, dass wir entlang der Steilküsten Richtung Westen fahren wollten. Später sollte es uns ins Innland führen, wo wir Gebirge und Gletscher erkunden wollten.

Und so setzten wir uns nach unserer gemeinsamen Mahlzeit wieder in das Auto und folgten der Sonne, denn diese musste ja auch in Spanien im Westen untergehen.

Unsere erste Nacht verbrachten wir an einem Fluss. Die Dunkelheit hatte uns überrascht und so blieb keine Zeit einen Platz am Meer zu suchen, um dort unser Zelt aufzuschlagen. Das sollte sich die folgenden Tage aber ändern. Ausgeschlafen brachen wir am nächsten Morgen auf, um für diesen Abend einen geeigneten Schlafplatz am Atlantik zu finden. Es ging vorbei an urigen Dörfern, alten Kirchen und weiten Wiesen. Bald erreichten wir den Ozean, dieser bot uns heute einen Sandstrand den wir sofort zum Baden nutzten. Die Wellen waren größer als zuvor vermutet und so hatten wir alle Mühe gegen die Fluten anzukämpfen.
Die Fahrt ging weiter und bald hatten uns die Steilküsten wieder. Auf einer Wiese die weit oben gelegen war wollten wir die Nacht verbringen. Die Gegend galt es natürlich zuvor genauer zu erkunden. Jeder tat das auf seine Art: Der eine legte sich ins Gras und lauschte dem Donnern der Wellen, der andere lief die Steilhänge bis zum Wasser hinunter und blickte gen Horizont. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten saßen wir noch einige Stunde so da, unterhielten uns, aßen eine Kleinigkeit und hörten immer wieder dem Wind und dem Rauschen der gewaltigen Wellen zu, die sich dort unter uns ihren Weg durch die Felsspalten bahnten.
Die Tage vergingen schneller als gedacht. Jeder Tag stellte eine neue Herausforderungen da. Wir kamen an verschlafenen Dörfern vorbei, kleinen Hügeln und auch kleine Wälder säumten die Straße. So ließen wir nach einigen Tagen die Steilküsten hinter uns, als wir Richtung Süden den Weg ins Inland auf uns nahmen.
Ziel waren nun die Picos de Europa, eine Gebirgs- und Gletscherlandschaft. Ganz hoch hinaus wollten wir, einen Blick über ganz Spanien werfen, höher sein als die Wolken und in metertiefen Schnee einsacken. Bevor sich dieses Ziel jedoch realisieren ließ mussten wir einiges an Strecke schaffen, denn die Picos de Europa lagen weit im Inland.

Und so besichteten wir noch kleine Dörfer und Städte, kämpften uns bei Tagesmärschen durch die zerklüftete Felslandschaft, wo wir uns ein Bad im eiskalten Gebirgsbach nicht entgehen ließen.

Nach ein paar Tagen und Nächten kamen wir dem Gebirge immer näher. Die Nächte wurden kalt und das Wetter unberechenbar. Gewittereinbrüche, plötzliche Hagel- und Schneefälle waren keine Seltenheit mehr. Schließlich kamen wir dort an wo alles zu Ende sein sollte. Gigantische Felsformationen, die die Wolkendecke durchbrachen zeichneten sich am Horizont ab. Teil der Ausrüstung für diesen Trip waren natürlich Karabiner und ein robustes Bergseil, diese galten bei uns schlichtweg als Lebensversicherung. In 2400 Meter Höhe lagen sie nun vor uns, die Picos de Europa. Mit einer Liftanlage ging es die steilen Felswände hinauf bis sich vor uns die meterdicken Schneedecken auftürmten. Als wir den Lift verließen und uns durch die weiße Wüste kämpften ließen wir jeden Touristen hinter uns. Schließlich standen wir einsam, umringt von Felsketten da. Ohne Aussicht auf Zivilisation. Hier war das Ende der Welt - soviel stand fest. Ja und die kleinen unscheinbaren Punkte auf den folgenden Bildern sind wir – mitten im Nichts.

Nach den Picos de Europa stand nun der Weg zurück zum Flughafen an. Verbunden war dieser noch mit einigen Übernachtungen, die es ebenfalls in sich hatten. Der Flug nach Deutschland sorgte abschließend für weitere beeindruckende Bilder und Momente. In Deutschland angekommen zog es jeden von uns erst einmal in sein warmes Bett – fast vergessen war das Gefühl eine Matratze unter sich zu haben. Aber das es auch ohne geht hat sich bei dieser Fahrt mal wieder heurausgestellt und was uns nicht umbringt macht uns sowieso nur härter.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein herzliches Gut Pfad
und natürlich freue ich mich schon auf unsere Gruppenleiterfahrt 2005 nach Sardinien...

Hannes