Birkenheide – Ludwigstein – Balduidenstein

von Hannes Vogt

„...Mein ganzes Leben sei ein Fahren
Zu allen Enden dieser Welt,
es gibt so viel des Wunderbaren,
das sich vor uns verborgen hält.

Drum immer höher, immer weiter,
wir sind schon viel zu lange hier.
Es bleibt die Sehnsucht uns Begleiter
und alle Welt ist uns Quartier...“


Hallo!

Das gute Jahr 2006 lag nun hinter uns. Viel hatten wir erlebt, viel erreicht und es gab noch reichlich zu tun...

Es ging auf Sippenfahrt. Knapp 20 waren wir an diesem Nachmittag im Januar, als wir uns in Birkenheide, dem Mittelpunkt unseres Pfadfinderlebens, trafen.
Es sollte Richtung Nordhessen gehen, zur Jugendburg Ludwigstein bei Witzenhausen, ein Ort der Hinter seinen dicken Mauern manches Abenteuer und reichlich spannende Nächte verbarg.

Mit 2 VW-Bussen kämpften wir uns Richtung Süden. Das so ein VW-Bus mit der richtigen Besetzung zum echten Erlebnis werden kann, war uns klar. Da wurden in allen Tonlagen Lieder gesungen, gebrüllt, gelacht, gekreischt, geschlafen, stumm aus dem Fenster geguckt, aufmerksam zugehört und das ganze ging von vorne los.

Es ging immer geradeaus, dann und wann rechts, mal links und selten fuhren wir rückwärts.
Irgendwann hieß uns ein Blechschild mit dem Schriftzug „Herzlich Willkommen in Hessen!“ im Nachbarbundesland willkommen.

Nun war es noch ein kleines Stück bis zur Burg. Wir kamen gegen 20.00 Uhr an. Übernachten wollten wir im Musikzimmer. Ein Raum, rechts neben dem großen Burgturm, mit Blick ins Tal und über alle Berge hinweg...
Wir bereiteten gemeinsam das Abendessen vor. Reichlich Brötchen mit Auflage und Aufstrich für alle Geschmäcker. Das große „Zwiebel-Brötchen“ zierte die Mitte des Tisches.
17 mampfende Mäuler kauten um die Wette, jeder hatte Hunger. Dominik nahm sich der Herausforderung „Zwiebel-Brötchen“ an und wurde aus Respekt zum Fahrtennamen „Knolle“ gekürt. Die Tränen in seinen Augen, zeigten die unglaubliche Freude über sein Schicksal.

Nach dem Abendessen ging es ins Schwimmbad der Burg. Die Sauna hatten wir mit geordert und so war der entspannende Wechsel zwischen Hitze und Erfrischung ganz klar gesichert.

Nach dem “Bade-Sauna-Schwitz-und-Plansch-Spaß“ ging es in die Schlafsäcke. Der nächste Morgen konnte kommen...
Morgens ging es früh los. Eine Runde schwimmen, eine Runde Duschen, Mundhöhle schruppen und ABFAHRT...

Es ging Von Nordhessen aus Richtung Rheinland-Pfalz. Von der Burg Ludwigstein aus Richtung Burg Balduidenstein. Die Burg Balduidenstein selbst ist eine Ruine, die über dem verschlafenden Ort Balduidenstein, bei Limburg an der Lahn, thront. Neben dieser Ruine steht das alte Herrenhaus von 1920. Das mit seinen urigen Räumen und Sälen Pfadfindern und Jugendgruppen immer eine Übernachtungsmöglichkeit bietet. Dort ging es hin...Und irgendwann kamen wir an. Eine lange reise, eine weite Stracke, viel gesehen, viel durchgemacht, aber wir hatten es geschafft und schritten durch das schmale Tor in den Burghof.

Da außer uns noch keine Gruppe vor Ort war, hatten wir freie Entscheidungskraft und konnten uns unsere Schlafquartiere frei Wählen. Der „Felsenraum“ war ganz klar unserer. In das Zimmer ragten Felsformationen hinein. Der dicke verrußte Kamin war dort platziert, wo in schlichten Wohnzimmern der Fernseher seinen Stammplatz hat. Der große Tisch in der Mitte, stellte das Zentrum da: Ein Ort der, durch seine Urigkeit, zum Verweilen einlud...

Wir luden unser Gepäck aus, machten es uns gemütlich. Ein Blick von der Terrasse aus ermöglichte die Sicht auf eine gewaltige Burganlage. Ein Gespräch mit dem „Burg-Zivi“ Florian machte klar, dass dort gegenüber die größte Burganlage von Reinland-Pfalz stand – die Schauburg.
Wir wanderten los, wollten wissen wie es dort drüben aussah. Eine Stunde dauerte der Anstieg, doch zu unserer Enttäuschung waren die Tore verschlossen. Ein Mann aus einer alten Hütte kam heraus. Er erklärte uns, dass die Schauburg, mit ihren über 200 Zimmern, lehr steht und das Betreten verboten ist. Mangelnde Finanzen machten schon damals einer Restaurierung unmöglich. Es ging, durch den Wald, zurück zur Balduidenstein. Sippe Mysa richtete den Felsenraum für den Abend ein, machte die Kerzen an, legte Felle und Decken aus und stimmte die Gitarren. Sippe Thuu kaufte fürs Abendessen ein. Es gab Frickadellen, mit Gemüse, Soße und Kartoffeln. Nach dem Essen sangen wir noch bis in die Nacht hinein, redeten über die „wichtigen Dinge“ im Leben und tranken Tee, aßen Kekse.

Der nächste Tag brach heran. Ich gönnte mir einen Blick vom Balkon des „Faldo-Zimmers“ aus Richtung Schauburg. Nebel lag über den bergen, ein schöner Augenblick. Anschließend ging es zum Frühstückstisch. Müsli füllte den Magen.

Wir brachen auf Richtung Rhein. Sahen uns die Loreley an und folgten dem Fluss Richtung Koblenz. Da gab es einige Burgen, die unseren Weg säumten und viele von ihnen nahmen wir ein. In Koblenz ging es zum Deutschen Eck. Mosel und Rhein trafen unter den Blicken von Kaiser Willem zusammen. Bei Einbruch der Dunkelheit ging es zurück. Wir folgten der Lahn Richtung Balduidenstein, unterwegs kauften wir fürs Abendessen ein. Es gab Nudeln mit Hackfleischsoße. Der Abend ging in eine gemütlichen Singerunde über und dauerte wieder bis in die tiefe Nacht. Der Mitternachtssnack aus den Frickadellen von gestern machte Mut für den nächsten Tag....

Morgens ging es wieder los! Wir packten zusammen und fuhren ab. Richtung Rhein, Richtung Koblenz, Richtung Köln und Bonn. In Köln hielten wir an. Der Versuch dort einen guten Freund spontan zu treffen, den „Rob aus Kölle“, scheiterte leider, entmutigte uns aber dann doch nicht. Wir sahen uns auf eigene Faust Köln, mit seinem riesigen Dom, an und ließen uns von den Faschingsvorboten, mit ihrer rhythmischen Musik, mitziehen.

Es ging zurück nach Birkenheide immer streng nach Norden. Unterwegs kauften wir alles für einen kalten Snack ein. In Birkenheide machten wir den Ofen an, belegten Baguettes und bauten ein leckeres kaltes Buffet auf. Gemeinsam aßen wir und ließen den Abend, mit reichlich Musik, ausklingen. Der nächste Morgen lockte mit einem netten Frühstück, anschließend räumten wir unsere „Hexenhaus“ auf. Die Abschlussrunde stellte das Ende unserer gemeinsamen Sippenfahrt da... Bis zum nächsten Mal....


Herzlich Gut Pfad
Hannes